Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Moderne Maler
Person:
Ruskin, John Broicher, Charlotte
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1277533
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1280809
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Beschränken der Farbe auf formlosen Juwelenschim- 
mer, wie bei Tintoretto und Bassano; oder Ver- 
schwimmen der Außenlinie und dem Ineinanderüber- 
gehen verschiedener Töne wie bei Turner; zuweilen 
auch durch breite Flächen, wie so oft bei Giorgione 
und Tizian. Inwiefern es dem Maler gelingt jene 
Berge darzustellen, die der Dichter schaut: ,ihre 
Gluten mit dem Zwielicht einendß vermag ich nicht 
zu sagen. Meines Erachtens lässt sich Farbe nicht 
abstrakt betrachten. Das Verschwinden der Form in 
Tizians und Turners Werken ist nicht ideal, sondern 
stellt die Naturbedingungen dar, unter denen glän- 
zende Farbe sichtbar wird, denn auch in der Natur 
geht bei sehr lebhaften Farben die Form der Dinge 
gewissermaßen verloren. 
Wiederum lässt sich der wesentliche Charakter, Form 
und Farbe eines Dinges ausdrücken, ohne seine Textur 
darzustellen. Reynolds und andere haben viel dar- 
über gesagt, und vielleicht beruht hierauf das, was 
man in der Malerei den großen Stil nennt. 
Vergleiche einen Hund von Landseer mit einem 
Hunde von Veronese. Der erste hat die äußeren 
Einzelheiten mit auserlesener Geschicklichkeit und 
peinlicher Genauigkeit bis auf alle Zufälligkeiten des 
glänzenden Gelockes herausgearbeitet, die den Schein 
der Wirklichkeit erwecken können; während der Ton 
und die Kraft des Sonnenscheins und die Wahrheit 
des Schattens auf allen Formen vernachlässigt sind. 
Die Beziehungen des Tieres zum Raum, seine Be-
        

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