Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Moderne Maler
Person:
Ruskin, John Broicher, Charlotte
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1277533
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1280798
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Farbe zu vervollkommnen, wage ich hier nicht zu 
entscheiden. Anerkannte Autoritäten und die Praxis 
des Altertums sprechen für Farbe; ebenso die Skulp- 
turen des Mittelalters. Die beiden Statuen von Mino 
da Fiesole in der Kirche St. Catarina in Pisa waren 
farbig, die Iris der Augen dunkel getönt und das 
Haar vergoldet, ebenso bei der Madonna in St. Maria 
della Spina; die Augen der Skulpturen von Orcagna 
in Or San Michele waren auch gemalt. Es wirkt 
aber wie ein barbarisches Überbleibsel, und ich habe 
nie Farben auf festen Formen gesehen, die nicht für 
mein Gefühl jedes andere Können neutralisiert hätten. 
Die Terrakotten des Luca della Robbia sind ein pein- 
liches Beispiel dafür, und in niederer Kunst die 
erhabene Arbeit der Florentiner Mosaiken. Vergol- 
dung ist eher zulässig und wirkt oft lieblich bei selt- 
sam gezeichneten Figuren, wie an der Kanzel von 
St. Maria Novella, während es die klassischen Orna- 
mente des Simses schädigt. Aber die wahre Größe 
der Skulptur liegt für mich in weißer Gestalt; dies 
Gefühl beruht vielleicht mit auf der Schwierigkeit, 
vielmehr der Unmöglichkeit wirklich edler Farben- 
gebung; aber selbst wenn man die Elgin-Marbles mit 
Giorgiones Fleischton kolorieren könnte, würde ich 
lieber darauf verzichten. 
Was nun Farbe ohne Form anlangt, so ist sie schwie- 
riger zu erreichen und kaum wünschenswert. Und 
doch glaube ich, dass zu ihrem vollen Genuss ein 
gewisses Opfer der Formen verlangt wird; etwa durch 
19'"
        

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