Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Moderne Maler
Person:
Ruskin, John Broicher, Charlotte
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1277533
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1280603
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Raisonnement 
hier 
über 
die 
Fantasie 
gesiegt, 
Die 
Fantasie 
irrt 
niemals; 
sie 
erblickt 
alles 
in 
all 
seinen 
Beziehungen 
tödliche Wut 
und Folgen. 
mütterlichen 
Sie würde aber nicht die 
Entsetzens mit den Äußer- 
ungen verschiedenen mütterlichen Charakters ver- 
wechseln. In ihrer höchsten Steigerung fegen 
Furcht, Wut und Agonie allen Charakter fort. 
Selbst die Menschlichkeit würde in der Mutter unter- 
gehen, das Weib würde zur Personiükation tierischer 
Angst und Wut. Deshalb sind die meisten Darstel- 
lungen des Kindermorcles kalt und falsch. Der Künstler 
hat weder das Geschrei gehört, noch sich unter die 
Verfolgten gemischt. Er hat sich in sein Atelier ge- 
setzt, methodisch, verzerrte Ziige studiert und über 
Wahnsinn philosophiert. Nicht Tintoretto. Wissend 
und fühlend, dass der Ausdruck der Züge in solchen 
Momenten nicht wiederzugeben ist und der Versuch 
nur in falscher Verzerrung endigen kann, dass wenn 
er sich oder uns zwischen diese verrückte Menge 
stellte, keine Zeit wäre, den Ausdruck der Einzelnen 
zu beobachten, begibt er sich dieses Mittels von vorn- 
herein. Noch weniger verweilt er bei Einzelheiten 
von Mord oder Todesqualen. Wir sehen kein Blu1 
fließen, kein Erstechen, kein Gemetzel. Der ganze 
Schauder ist dem Helldunkel, das alles umfasst, über- 
tragen. Die Scene geht in dem äußeren Vorhof eines 
Palastes vor sich. Der schlüpfrige Marmorboden is1 
mit blutigen Schatten überflutet. Unsere Augen wer- 
den blutunterlaufen und entsetzensstarr vor diesen
        

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