Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Moderne Maler
Person:
Ruskin, John Broicher, Charlotte
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1277533
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1280383
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modifiziert sie in ihrer Beziehung zu einander. Wie 
die Bewegungen einer Schlange durch all ihre Kör- 
perteile zugleich gehen und ein Wille ihre entgegen- 
gesetzten Windungen lenkt. 
Die Fantasie ist eine Kraft, die wohl die Annahme 
rechtfertigt, dass der Mensch nach Gottes Bilde ge- 
macht sei. Sie ist unbegreiflich, wunderbar und 
ganz göttlich. Und so seltsam es erscheint  kein 
großes Werk ist ohne sie möglich. Denn, nach der 
Definition der Einheit eines Ganzen (dem wesentlich- 
sten Charakteristikum von Größe), müssen nicht nur 
einzelne Teile oder Gruppen, sondern alle Teile 
einzeln unvollkommen sein; jeder einzelne muss alle 
übrigen bedingen und sein Vorzug in seiner Bezieh- 
ung zu den anderen zum Ausdruck kommen; noch 
kann, wenn ein einziger fehlt, ein anderer richtig wir- 
ken. Daher sagt Fuseli: Nachträgliche Gedanken sind 
in Gemälden und Dichtungen zulässig nur als Kam- 
merdiener der .ersten Anschauung; keine große Idee 
ist jemals aus Bruchstücken entstanden. Nur der be- 
sitzt Anschauung und Gestaltungskraft, der das Ganze 
auf einmal vor sich erblickt. 
Jede menschliche Fantasie hat jedoch eine Grenze. 
Wenn es auf neue Beziehungen ankommt, die abso- 
lut notwendig und sehr kompliziert sind, kann der 
Geist sie nicht erschaffen. Daraus folgt, dass jede 
associative Fantasie in solchem Falle versagt. Deshalb 
hat nie ein Mensch ein neues Tier konzipiert. Im 
Tiere bedingt jeder Teil den anderen; die Form des
        

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