Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Moderne Maler
Person:
Ruskin, John Broicher, Charlotte
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1277533
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1280361
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unrichtig und vereint richtig sind, deren Einheit sich 
aber in dem Augenblick vollzieht, wo sie geschaut 
wird; denn ihr Wert beruht auf dieser Einheit und 
nur deren Anschauung hat ihre Wahl veranlasst. 
Was ist nun diese prophetische Geistestat, die aus 
einer Unendlichkeit von Möglichkeiten, die nicht alle 
erprobt werden können, in demselben Moment zwei 
herausgreift, die zu einander gehören? vereint richtig 
wirken und einzeln unrichtig? Diese Geistestat ist, 
so weit meine Erkenntnis reicht, völlig unerklärlich. 
Aber in der Chemie kommt etwas ähnliches vor. 
Lässt 
man 
Schwefelsäure 
und Zink 
auf 
einander 
ein- 
wirken, so tritt eine Erscheinung ein, die man früher 
als disponible Wahlverwandtschaft bezeichnete. Zink 
zersetzt reines Wasser bei gewöhnlicher Temperatur 
nur sehr langsam; fügt man aber Schwefelsäure hinzu, 
so erfolgt die Zersetzung des Wassers schnell, ob- 
wohl die Säure sich nur mit dem Zinkoxyd verbindet. 
Man erklärte das früher so, dass die Verwandtschaft 
der Säure mit Zinkoxyd dem Metall die Fähigkeit 
verleihe, den Sauerstoff des Wassers an sich zu ziehen 
und dieses so zu zersetzen, d. h. man schrieb dem 
Zinkoxyd eine Wirkung zu, die tatsächlich seiner 
Bildung vorausgeht. Die Unklarheit dieser Hypothese 
rührt daher, dass man Umsetzungen als aufeinander- 
folgend annahm, die tatsächlich zugleich stattfinden. 
Das Zinkoxyd bildet sich nicht vor seiner Verbindung 
mit der Schwefelsäure, sondern im Moment der Ver- 
einigung. Es ist ein chemischer Vorgang, der ineder
        

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