Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Moderne Maler
Person:
Ruskin, John Broicher, Charlotte
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1277533
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1280215
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liche Antlitz die Blässe des Reiters der Vernichtung 
und die fahle Asche der Hölle. Von allen Gegen- 
ständen künstlerischer Darstellung sind daher keine 
so faul und abscheulich als die von Furcht und Grau- 
samkeit. Es muss in ihnen, ich weiß nicht was für 
eine sympathische Anziehungskraft für niedrig feige 
Seelen liegen, die überall die gemeinsten sind. Da 
sie leicht von Menschen darzustellen sind, die fast 
nichts vermögen, werden sie oft von der Herde 
unfähiger und profaner Maler behandelt, wie in der 
monströsen Missgeburt des ersten Saales im Louvre, 
die Sintflut genannt. . . . Dasselbe Empfinden ist in 
den vielen Wiederholungen der Hölle vorhanden, die 
in Italien so oft vorkommen. 
Besonders bei Orcagna im Campo Santo, wo die paar 
Figuren in der Höhe, die nicht übermalt sind, groß 
wirken durch Strenge der Zeichnung und ihren Aus- 
druck duldender Verzweiflung, während der Ausdruck 
der unteren, von Solazzino übermalten Gestalten auf 
Ströme vergessenen Blutes hinweist. Dasselbe gilt von 
der Hölle in Santa Maria Novella und in der Arena- 
Kapelle; nicht zu reden von den fürchterlichen Pas- 
sionsbildern, mit denen der gewöhnliche Katholizismus 
von jeher gesucht hat die blutigen Sympathien seiner 
unwissenden Herde zu erwecken. Über diese Fäulnis 
reden wir nicht weiter, da ihre Vorstellung schon Ent- 
weihung ist. Im Katholizismus hat von jeher eine krank- 
hafte Tendenz zur Betrachtung körperlicher Pein ge- 
legen, weil man ihr Heilkraft zuschrieb. Wie jeder 

        

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