Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Moderne Maler
Person:
Ruskin, John Broicher, Charlotte
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1277533
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1277952
krankheiten müssen sie erst geheilt 
Erweis der Wahrheit zu ertragen! 
werden, 
um 
den 
Nun ist mir zwar fraglich, ob die bildende Kunst jemals, 
ausgenommen in ihren ersten, rohesten Stadien, mo- 
ralischen Einfluss auf die Menschheit gewonnen hat. 
Das römische Staatswesen stand höher als magnorum 
artificum frangebat pocula miles, ut phaleris gauderes 
equus wie später, als seine Mauern in Gold und 
Marmor glänzten. Das religiöse Leben in Italien war 
reiner, ehe Giotto die Barbarei der byzantinischen 
Schule zerstört hatte, und der Maler des Jüngsten 
Gerichts' und der Bildhauer des ,Perseus' Seite an 
Seite miteinander rangen. Ein rohes Symbol wirkt 
auf das Gemüt oft tiefer als ein verfeinertes, und 
je höher die Bilder als Kunstwerke steigen, um so 
weniger dienen sie der Frömmigkeit. 
Dem sei wie ihm wolle; jedenfalls war alles, was 
die Landschaftsmalerei bisher in dieser Richtung 
hervorgebracht hat, ganz wirkungslos. Sie hat kein 
moralisches Ziel erreicht und nichts dauernd Gutes 
geschaffen. Sie hat den Geist angeregt, den Scharf- 
sinn geübt, aber nie zum Herzen gesprochen; uns 
nie das Leben in der Tiefe erschlossen; nie seine 
Vergänglichkeit bezeugt, ist nie in das Verborgene 
eingedrungen, hat das Dunkel nie erhellt, uns nie 
das Wunder, die Macht und die Herrlichkeit der 
Welt fühlbar gemacht, uns nie Schauer der Anbetung 
erweckt. Statt Gottes Allmacht zu bezeugen, stellt 
sie das eigene Können ins Licht, und für die gött- 

        

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