Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Moderne Maler
Person:
Ruskin, John Broicher, Charlotte
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1277533
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1279655
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Stromes weichen weißem, geisterhaftem, wesenlosem 
Schimmer. Sind sie von vollkommenerer oder satterer 
Farbe? Nein; ihre Wirkung ist oft tiefer bei matten 
Farben, als wenn sie in Scharlach und Gold glühen. 
Und sicherlich, in dem Blau des Regenhimmels, 
den vielen Farben der Frühlingsblumen, in dem 
Sonnenlicht auf Sommerlaub und Feld sind mehr 
Ursachen bloß sinnlicher Farbenfreude, als in 
dem einfachen Streifen verglimmenden, ersterbenden 
Lichts. Nicht durch edlere Formen, nicht durch 
Bestimmtheit der Farbe, nicht durch Intensität des 
Lichts (denn die Sonne selbst ist Mittags auf die 
Empfindung wirkungslos) besitzt diese Ferne ihre 
seltsame Anziehungskraft. Aber eins hat sie, oder 
suggeriert sie  was kein anderer Anblick in 
gleichem Grade suggeriert  Unendlichkeit. Von 
allen sichtbaren Dingen das wenigst materielle, das 
wenigst endliche, das weit abgelegenste vom Ge- 
fängnis der Erde, das symbolischste für Gottes Na- 
tur, das suggestivste für die Herrlichkeit seiner 
Wohnungen. Denn der Nachthimmel, wenn auch 
grenzenlos, ist dunkel: ein gemauertes Gewölbe, 
ein Dach, das uns niederdrückt. Aber die leuch- 
tende Ferne hat keine Grenzen. Wir fühlen ihre 
Unendlichkeit, 
ihres Glanzes. 
wie 
wir 
IIIIS 
freuen 
in 
der 
Reinheit 
Ich kenne keinen wahrhaft großen Maler irgend wel- 
cher Zeit, der nicht die intensivste Freude offenbarte 
an dem leuchtenden Raum seines Hintergrundes, oder
        

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