Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Moderne Maler
Person:
Ruskin, John Broicher, Charlotte
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1277533
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1279541
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Aus der ästhetisch-theoretischen Wahrnehmung ent- 
springen Freude, Bewunderung und Dankbarkeit. 
Sie ist eine Gabe, die zur Erhaltung unseres Le- 
bens nicht notwendig ist, es aber schmückt und 
adelt, und zwar das Begehren ebensowohl wie das 
Begehrte. 
Ein Gesetz gilt allgemein für diese Art Genüsse. 
Eifrig und um ihrer selbst willen begehrt, sind sie 
faul. Aber mit Dank und Ehrfurcht empfangen, 
können wir Gottes Hauch spüren in der Süße wilder 
Früchte, dem Atem reiner Düfte und dem Wind, 
der sie uns zuträgt. Die Wahrheit und Intensität 
dieser Empfindungen ist so sehr von der Reinheit 
und Aufrichtigkeit des Herzens abhängig, in dem sie 
lebendig werden, dass selbst die verstandesmäßige 
Erkenntnis der so empfundenen Schönheit abhängig 
ist von der Feinheit ihrer inneren Wahrnehmung. So 
sind die Worte des Apostels auch hier zutreffend, 
dass „die entfremdet sind dem Leben, das aus Gott 
ist, es durch die Unwissenheit sind, so in ihnen ist, 
durch die Blindheit ihres Herzens" . . . Erleben wir 
es doch beständig, dass die Menschen eine natürliche 
Wahrnehmungskraft des Schönen besitzen; da sie 
es aber nicht mit reinem Herzen aufnehmen, oder 
überhaupt nicht mit dem Herzen, verstehen sie es 
nicht und erlangen nichts Gutes dadurch. Sie machen 
es nur zum Diener ihrer Lüste und zu Begleitern 
und Zeitigern sinnlich niedriger Genüsse, bis all ihr 
Emplinden dieselbe irdische Prägung empfängt und
        

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