Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Moderne Maler
Person:
Ruskin, John Broicher, Charlotte
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1277533
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1279154
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Besser ein 
nung, auf 
könnte. 
Mangel an Ausdehnung als eine 
der man wandeln und Billard 
Ausdeh- 
spielen 
Canaletto bedeckt meist die ganze Wasserfläche mit 
einem monotonen Gekräusel, das er mit einer Kusche 
von gut gewähltem, aber völlig opalem und glattem 
Meergrün bedeckt . . . je mehr der Kanal zurück- 
tritt, um so mehr vermindert er das Gekräusel, bis er 
bei einer glatten Fläche scheinbar ruhigen Wassers 
anlangt. Canaletto macht es umgekehrt, wie es 
meine Regel verlangt. Je weiter er zurücktritt, um 
so deutlicher lässt er sich die Objekte spiegeln und 
den Himmel weniger, bis sich auf dreihundert Ellen 
Entfernung alle Häuser so deutlich und klar spiegeln 
wie in einem stillen See . . . . Wenn er nur daran 
dächte, dass jede einzelne Oberfläche dieser zahllosen 
Gekräusel in der Natur ein Spiegel ist, der je nach 
seiner Lage entweder das Bild des Himmels auffangt 
oder die silbernen Kiele der Gondeln, ihre schwarzen 
Körper und Scharlachdraperien, den weißen Marmor 
oder den grünen Seetang auf den niedern Steinen, 
dann müsste er empfinden, dass diese Wellen farbi- 
ger sind als sein opales totes Grün . . . In jeder 
einzelnen individuellen Welle widerspricht Canaletto 
tausendfach den Wahrheiten der Farbe. 
Venedig ist heute still und betrübt im Vergleich zu 
einst; die Kanäle verstopfen sich einer nach dem 
anderen und das schmutzige Wasser leckt immer 
schwerfälliger an den zerbröckelnden Fundamenten.
        

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