Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Moderne Maler
Person:
Ruskin, John Broicher, Charlotte
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1277533
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1279091
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inhärente Farbe des Wassers modifiziert die dunklen 
Spiegelungen, aber nicht die hellen. Hierfür Beispiele 
aus meinem Tagebuch in Venedig: 
17. Mai. 4 p. M. Gegen Osten ist das Wasser 
ruhig und spiegelt Himmel und Schiffe in dieser 
Eigentümlichkeit wider: der Himmel, blassblau, ist 
in der Spiegelung von demselben Ton, nur etwas 
tiefer; aber die schwarzen Schiffsrümpfe werden blass 
meergrün widergespiegelt, in der natürlichen Farbe 
des Wassers im Sonnenlicht; während ihre orange- 
gelben Masten, noch feucht vom letzten Regenschauer, 
in der Farbe unverändert widerspiegeln, nur nicht 
ganz so hell wie oben. Ein Schiff hat einen weißen, 
das andere einen roten Streifen; von ihnen nimmt 
das Wasser keine Notiz. Wie seltsam! ein Boot fahrt 
vorüber mit weißen und hellen Gestalten, das Wasser 
spiegelt die dunkeln grün wider und lässt die weißen 
ganz aus; dies kommt daher, dass die dunklen Figuren 
dem hell widerspiegelnden Himmel opponieren. 
Ein Boot, das sich nahe am Quai schaukelt, wirft 
scheinbar einen Schatten auf das gerippte Wasser. 
Diese Erscheinung kommt gewiss aus der zunehmenden 
reflektiven Macht, die das Wasser im Schatten ge- 
winnt. Denn die ferneren Seiten des Gekräusels 
fangen das tiefe reine Blau des Himmels auf, wirken" 
stark dunkel auf dem blassen Grün, und seine näheren 
Seiten fangen das blasse Grau der Wolke auf, das 
kaum dunkler ist, als das helle Grün. 
Klares Wasser nimmt keinen Schatten auf; wohl aber
        

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