Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Moderne Maler
Person:
Ruskin, John Broicher, Charlotte
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1277533
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1279056
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anderen Wahrheiten, und ist die notwendigste, selbst 
wo sie an sich nicht anziehend ist. 
Wie kräftigende Übung und körperliche Anstrengung 
des Menschenleibes Muskeln bilden und stählen, so 
bildet die Erschütterung und Energie, mit der die 
Gebirge aus der Erde hervorbrechen, ihre Muskeln 
und Sehnen. Berge sind Ausdruck von Kraft und 
Leidenschaft. Ebenen und niedrige Bergzüge sind 
in Ruhe, ohne Anstrengung des Gehäuses entstan- 
den, als die Muskeln, verhüllt unter der Schönheit 
seiner Linien, schliefen, und doch jede seiner Bewe- 
gungen lenkten. Dies ist die erste große Wahrheit der 
Erde. Das Wesen der Berge ist Handeln, das der 
Niederungen  Ruhen. Zwischen beiden liegt die 
große Mannigfaltigkeit von Bewegung und Ruhe, von 
der passiven Ebene an, schlafend wie das Firma- 
ment, dessen Städte Sterne sind, bis zu den 
feurigen Gipfeln, deren Busen wogen und deren 
Glieder triumphieren; an deren leuchtenden Stirnen 
die Wolken wie Haare flattern, die ihre Titanenhände 
gen Himmel heben und jauchzen: Ich lebe ewiglich. 
Der Unterschied zwischen dem Handeln der Erde und 
dem der lebenden Kreatur liegt darin, dass, während 
das angestrengte Glied seine Knochen und Sehnen 
durch das Fleisch schimmern lässt, die erregte Erde 
das Fleisch völlig abwirft und ihre Knochen darunter 
hervortreten. Die Berge sind die Knochen der Erde, 
ihre höchsten Gipfel sind jene Teile ihres Gerippes, 
das in den Ebenen unter fünfundzwanzigtausend Fuß
        

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