Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Moderne Maler
Person:
Ruskin, John Broicher, Charlotte
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1277533
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1278909
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verstehen, aber alle wären charakteristisch und alle 
von einander verschieden. 
Oder nimm Poussins weite Fernen, wie in ,Isaacs 
Opferung". Sie leuchtet, sie tritt zurück, ist voll- 
kommen zart im Ton und genügend ausgeführt, um 
ein herzloses Auge, dem alle Formen gleich er- 
scheinen, zu täuschen und zu entzücken. Ja, es ist 
vollkommen und meisterhaft und absolut richtig, wenn 
wir es als Skizze betrachten, als den ersten Entwurf 
einer Form, deren Einzelheiten später ausgeführt 
werden sollen. Aber all diese wechselnden Flächen 
von Grau und Gold sind nicht die Landschaft selbst, 
sondern ihr Eindruck; nicht ihre Substanz, sondern 
ihr Licht- und Schattenspiel. Sie sind das, was die 
Natur mit jeder Wolke darüber wirft und darauf 
schreibt, aber nur zum Spiel. 
Sie würde Arbeit und Aufmerksamkeit darauf ver- 
wenden, den Charakter der darunter liegenden For- 
mation hervorzuheben und zu illustrieren, nicht aber 
zu verbergen. . . . 
Nun ist dem Maler freilich unmöglich, alle dem nachzu- 
gehen. Er kann nicht denselben Grad der Unendlich- 
keit erreichen wie die Natur, er kann uns aber eine 
geringere Art Unendlichkeit ahnen lassen. Er hat 
nicht den tausendsten Teil Raum zur Verfügung wie 
die Natur. 
Er braucht 
zu lassen. 
meilenweit 
aber wenigstens keinen dieser Teile leer 
Wenn die Natur ihre Differenzierungen 
erstreckt, ist er nicht entschuldigt, wenn
        

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