Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstgeschichte des Alterthums
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1614812
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1615785
Plastik. 
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und fast gleichlangen Finger. Die Beine, wenig muskulös und ziemlich 
mager, verrathen trotz ihrer Schlankheit grosse Elasticität und wie der 
keineswegs kräftige Körper überhaupt die Fähigkeit zu Anstrengung 
und zähe Ausdauer. Die Knie sind scharf und mit anatomischem 
Verständniss gezeichnet, die Füsse schmal und lang, wie namentlich die 
ganz flach aufliegenden an Lange und Form wenig unterschiedenen 
Zehen. Bei weiblichen Körpern sind die Brüste stark entwickelt und die 
Mammen rosettenartig gezeichnet, ein enganliegendes Gewand reicht 
Vom breiten Halssclimucke an, welchen gewöhnlich auch männliche Ge- 
stalten tragen, bis an die Knöchel, jedoch ohne Berücksichtigung des 
Stoffes und der nothwendigsten Fal- 
tenbildung so elastisch erscheinend, n, 
dass man oft nur an denEnden über- „   jilirlg 
haupt die Bekleidung gewahrt. Sonst ßilii,  
ist noch zu bemerken, dass die älte- l  
ren Bildwerke, wie auch die jüngeren     
nubischen derber, die der besten (ra-      
messeischen) Zeit schlanker und  l'  i. 
elastischer, vom fünften Jahrhundert vjfili ,  
v. Chr. an aber modellirter werden  i"    
und stets einigen griechischen Ein-     
fluss verrathen. Gleichwohl verbleibt      
noch bis zum Ende der Ptolemäer- Q  
Clynastie ja selbst bis in späte rö- iifiiizl" lil i   
 7     n     ql  
mische Kaiserzeit herab der alte Ty- f;    Qwhf  
pus im Ganzen und Grossen unver-  
anclert  denn von den eigentlich    
nationalen in und in Aßayptsn her- mwjllmuezäll  
gestellten Werken sind jene Mode- u "m" w" 3' ";i:"iri'iiimmiililiii 
arbeiten griechisch- römischer Kunst m"  
namentlich aus Hadrianischer Zeit zu 
unterscheiden, welche nur Gewand und Stellung der ägyptischen Bild- 
Werke entlehnten, sonst aber nichts mit dieser Kunst gemein haben, wie 
diess z. B. die zahlreichen Antinousse zeigen, die noch in fast jedem 
Museum zu finden sind. 
Weit entwickelter als in den vom Banne hierarchischen Conser- 
vatismus belasteten Rundbildern vonGöttern und Menschen erweist 
sich die ägyptische Kunst in Thierdarstellungen. In diesen wusste sie 
das Charakteristische mit grosser Meisterschaft auszuprägen und eine 
grosse elastische Lebendigkeit zu erreichen, selbst wenn, was sehr häu-
        

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