Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstgeschichte des Alterthums
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1614812
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1615689
Architektur. 
Tempel der Ptolemäerzeit. 
aber der aus dem griechischen Volkscharakter herausgewachsene offene, 
freie, heitere und vor dem Tempel, nicht in demselben sich vollziehende 
hellenische Cult mit dem nach Aussen sich entwickelnden hellenischen 
Tempel übereinstimmte, so wenig konnte der geheimnissvolle, durch 
den peinlichsten Ritus gebundene, düstere und dadurch zur Abgeschlos- 
senheit geschaffene ägyptische das offene Säulenhaus acloptiren, ohne 
demselben gerade das Wesentliche, das Raumöffnende des Säulenbaues 
zu benehmen. Die Römer haben in ihrem Streben nach grösseren und 
geschlossenen Räumen diess Ziel erreicht, indem sie die Wände mit 
Halbsäulen und Pilastern schmückten, wobei aber die Säulen als selbst- 
ständige stützende Glieder aufgegeben und nur mehr andeutungsweise 
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Kapelle auf der Platform des Tempels von Denderah. 
als Ornament benutzt worden waren, doch dieser auch bei den Griechen 
nicht zu häufig angewandte Ausweg blieb in Aegypten bis in die letztere 
Zeit unbetreten. Man setzte vielmehr in jeden Säulenzwischenraum 
(Intercolumniuml eine schirmartige Füllwand, die bis zu halber Säulen- 
höhe reichte und auch bei den kleinsten Verhältnissen des Gebäudes 
wie Fig. 21 den Einblick in die inneren Vorgänge hinderte, und doch 
durch die obere Hälfte der Intercolumnien freien Licht- und Luftzugang 
gestattete. Auch für den Zugang war nicht etwa blos ein Interc0lum- 
nium freigelassen, sondern in dasselbe ein Thürrahrnen eingespannt, der 
an Höhe die Wandschirme überragte. An den Ecken ist jedoch in der 
Regel der pyramidale Pfeiler als Riminiscenz an die einstige Wandum- 
fassung, auch der grössern Solidität wegen, beibehalten, wie das z. B.
        

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