Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstgeschichte des Alterthums
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1614812
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1615617
2O 
Aegypten  
Abwechselung walten liess, so hatte sie auf die anderen Säulen die Rück- 
wirkung, dass man, um die Harmonie nicht zu stören, allenthalben das 
Schnürband in dem Maasse weiter unter dem Säulenhalse umlegte, als es 
die Höhe des Palmencapitäls erforderte (Fig.  Das namentlich in der 
Ptolemäerzeit überhandnehmende Streben nach Schlankheit führte es 
endlich mit sich die Deckplatte nicht blos in einen Würfel zu verwan- 
deln, sondern diesen selbst bis zur doppelten Capitälhöhe anwachsen zu 
lassen, in welchen Fällen es mit Hathor- oder Typhonmasken, ja selbst 
mit der ganzen Zwerggestalt des Typhon geschmückt zu werden pflegte. 
In seltenen Fällen sind in Tempelhöfen die Säulen durch Pfeiler er- 
setzt, welche jedoch durch vorgestellte Osirisstatuen, manchmal auch 
durch Typhongestalten maskirt werden. Diese haben keinerlei Func- 
tion, sind also nicht mit den Kaiyatiden 
G z  und Telamonen Griechenlands zusam- 
 menzuhalten. (Fig. 15.) 
  Die Mannigfaltigkeit der Säulen- 
 K? und besonders Capitälformen theilt das 
Sä l l  Gebälk nicht. Dieses besteht aus nur 
i   b, zwei Gliedern, von welchen das untere 
t e?   die Säulen oder Pfeiler von einem Mittel 
 f  derselben zum andern spannend als Ar- 
(  g chitrav verbindet, während das obere 
l i die horizontale auf den Architraven 
"Y l aufruhende Decke repräsentiit, deren 
 Steinbalken am ausseren Ende durch 
l ein stark ausladendes hohlkehlenartiges 
l Gesims verhüllt wurden. Zwischen bei- 
den Gebälkgliedern zieht sich ein Rund- 
. stab hin, welcher in seinem Ornamente 
Wg I5 osirisp,eiler_ einem durch ein foitlaufendes Band ver- 
schnürten Stabbündel nachgebildet zu 
sein scheint. Die Hohlkehle des Gesimses ist durch aufwärts und leicht 
nach aussen gebogenes Schiltblatt charakterisirt, der Architrav dagegen 
mit Hieroglyphen bedeckt. In späterer Zeit wird die Auszierung 
reicher, namentlich erscheint die Uräosschlange in langen Reihen als 
Ornament des Gesimses. 
Der Säulenschmuck hatte sich indess im neuen Reiche von jenen 
Stätten zurückgezogen, wo wir ihn zuerst gefunden, nemlich von den 
Grottengräbern. Obwohl gerade diese so sehr in Aufnahme kamen, 
dass sie selbst den thebaischen Königen anstatt der Pyramiden als Ruhe-
        

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