Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstgeschichte des Alterthums
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1614812
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1615595
Stengel- und Knospendarstellung ganz verzichtend. Der Blätterkranz 
am unteren' Schaftende und an der Capitälschwellung blieben, ebenso 
das Schnürband und dazu noch die weiter verzerrten und sich breiter 
machenden eingebundenen Blümchen, der übrige plastisch ungeglie- 
derte Schaft- und Capitälkörper aber bot Raum für aufgemalte oder viel- 
mehr koilanaglyphe iigürliche Darstellungen (Opferscenen), Königs- 
namen (Cartouchen) und Hieroglyphen. (Fig. 12 b.) 
Es war dadurch das Capitäl, erst aus vier, dann aus acht Knospen 
bestehend, zur einzigen Knospe zusammengewachsen, und dadurch na- 
mentlich das Schnürband am Säulenhalse sinnlos geworden. Um so 
leichter konnte man sich nun dazu verstehen, die einzige Knospe zu 
einem Blumenkelch aufzuschliessen, der fortan als die graziöseste und 
dem Wesen eines Capitäls entsprechendste Form in ähnlicher Weise wie 
 in der römischen Zeit das dem 
ägyptischen Kelchcapitäl ver- 
 wandte korinthische das 
Uebergewicht über alle an- 
 deren Formen Gewinnen 
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  Ira- gifffi sollte. Es blieb dabei der 
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rend die obere Hälfte des 
Fig. 13. Kelchcapitäl von Karnak. Kelches Wieder mit Namen- 
rin en zwischen kleinlichen 
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Bllumenornamenten mehr bedeckt als behandelt wurde. (Fig. 13.) Ein 
Misston entstand aber aus den der Knospensäule entlehnten Dimensionen 
der Deckplatte, durch deren zu geringe Längen- und Breitenverhält- 
nisse das wieder verloren ging, was das Kelchcapitäl durch seine Aus- 
ladung seinem Wesen und dem ästhetischen Eindrucke nach ewonnen 
atte. 
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Wie aber in der griechischen Kunst das korinthische Capitäl keine 
typische Ausbildung erfahren, die sich erst durch die römische Praxis 
feststellte, so sollte auch das ägyptische Kelchcapitäl zu keinem unver-
        

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