Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstgeschichte des Alterthums
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1614812
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1615548
Architektur. 
Entstehung der Säulen. 
Pfeilersäulen. 
I3 
Felsengräber der zwölften Dynastie (2380-2167 v. Chr. nach 
Lepsius) zu Benihassan, der Nekropole des alten frühzeitig verschwun- 
denen Nus in Mittelägypten angehörend, zeigen diese polygonale oder 
Pfeilersäule in den zwei Phasen mit acht- und sechzehneckigem Grund- 
plan. Besonders das nördlichste der Reihe (Fig. 7) bietet die beiden 
Phasen zugleich dar, die achtkantige uncanellirte Pfeilersäule in der Vor- 
halle, und die sechzehnkantige, canellirte, im Innern. Bei der letzteren 
sindiindess nur 15 Canelluren ausgeführt, die sechzehnte Seite ist zur 
Aufnahme einer gemalten Hicroglyphenschrift eben gelassen. Die 
äusseren wie die inneren Säulen zeigen eine weit über den unteren 
Säulendurchmesser vorspringende mühlsteinartige Basenplatte, deren 
Kreisrand sich nach oben stark einzieht. Als Vermittlung zwischen 
Schaft und Deckenwerk aber dient lediglich eine quadratische Platte, 
Welche indess an den zwei Säulen der äusseren Porticus fehlt. Eine volle 
Gebälkdarstellung war naturgemass im Innern nicht moglich, da die 
äussere Erscheinung von Decke und Dach, als welche wir uns das Ge- 
bälk vorzustellen haben, im Innern nicht am Platze war. Das nördlichste 
Felsengrab zeigt indess auch an 
der Fagade kein durchgebildetes   11.: AH-Eäilm  .1 
Gebälk; dagegen gewährt. uns 2- ä 
gleich das benachbarte (Fig. 8 ; le lillhnlllljyl-l  J   in, .1!   i: w g; 
die gewünschteAnschauung. Wir   e u]  
finden hier aus dem lebenden Ei  E    ngiliiv;(Wlfävlxf- X4  
Felsen gehauen einen kräftigen Pi  llgäillillllllligllilllllllililllllmladililllül   
Horizontalbalken überdenSäulen   ll"   [ggf girfr]  
(Architrav), darüber aber den P5        "i 
etwas vorspringenden Rand der i 11:"  i! llh Mix Kill?  i; 
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Decke, welche durch horizontal  e  l-vvlelglqtäiidt? 
vorspringende rechteckig bear-  
beitete Deckhölzer gestützt zu   
sein scheint. Fanden wir schon 4 
an dem Stcinsarg des Mykerinus Fig.8. Ansicht des zweiten Felsengrabes von Benihasszm. 
Nachbildung von Holzarbeit 
und Lattengefüge, so tritt hier das Vorbild der Holzdecke auf das 
Schlagendste zu Tage. Da aber bei den flachen Dächern des Orients 
Decke und Dach in eins verschmelzen, so erscheint hier wie überall 
im Orient nur ein zweitheiliges Gebälk, Architrav und Kraz- 
gesimse, während der Fries, das in der griechischenArchitektur die 
Horizontaldeckc unter dem Giebeldach repräsentirende Glied, sich 
nirgends findet.
        

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