Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstgeschichte des Alterthums
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1614812
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1615536
Aegypten. 
Holzverschlag aus schmalen Dielen und Latten zum Vorbilde hat. 
Grössere Kammern "aber zeigen die Felsdecke schon in den ältesten 
Grabmälern der Art durch rechteckige Pfeiler gestützt. 
Aus diesen Pfeilern scheinen sich die ägyptischen Säulenformen 
entwickelt zu haben, von welchen sich zwei Hauptarten unterscheiden 
lassen, deren Ausbildung sich auch auf ganz verschiedene Art vollzog. 
Die eine nemlich entstand durch Abschrägung der vier Kanten des 
Pfeilers, wodurch dieser sich in einen achtkantigen und, wenn die 
Abschrägung abermals stattfand, in einen sechzehnkantigen Pfeiler 
 verwandelte. Die 
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X  achteckigem Plan, 
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     i  zweckmässig, man 
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 lor sich in dem 
Fig. 7. Durchschnitt undmirlmslggfliässscällels nördlichsten Felsengrabes Maasse, als  
Kanten stumpfer 
und folglich weniger sichtbar geworden waren. Wollte man nicht sofort 
zum glatten kreisförmigen Grundplan übergehen, so musste man die ver- 
schwindenden Kanten des sechzehnseitigen Prisma's mehr markiren, um 
nicht einer den Beschauer unangenehm berührenden Halbheit zwischen 
Kreis- und Polygonalform zu verfallen. Diess geschah durch die concave 
Bildung (Canellirung) derFlächen, wodurch die Kanten (Stege) von selbst 
schärfer vortraten und eine lebhaftere Abwechselung von Licht und 
Schatten entstand. Auf diese Weise scheint der Pfeiler sich ohne gänz- 
lichen Verzicht auf die prismatische Grundform der Cylinderform ge- 
nähert zu haben; und der canellirte Säulenschaft entstanden zu sein.
        

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