Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstgeschichte des Alterthums
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1614812
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1619954
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Rom. 
naturalistische Durchführung, ohne zusammenhängenden Sinn erreicht 
werden; im Gegentheile hatte gerade die phantastische Unrealität, ja 
Unmöglichkeit, wie sie auch an den japanischen Lackmalereien haupt- 
sächlich wirkt, ihren Reiz. 
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XVandgem älde von Hcrculaneum. 
Aehnlich verhält es sich mit einem anderen Zweige der römischen 
Decorationsmalerei, nemlich der arehitektonisirenden Aus- 
schmückung, die unter dem Namen des pompeianischen Styls allbc- 
kannt ist. Schon in Augustus Zeit tadelt Vitruv das Urnsichgreifen einer 
Richtung der Scenographie, welche allem structiven Gesetze Hohn 
spreche und in ganz unmöglicher Weise rohrartige Säulen ohne Trag- 
kraft mit mächtigen Giebeln und Obergeschossen über einander thürme. 
Sein Tadel erscheint jedoch ganz ungerechtfertigt. Denn gerade eine 
auf Illusion abzielende Architekturmalerei, wofern sie nicht architekto- 
nisch Nöthiges oder schmückendes ergänzt, wäre und ist als verwerflich 
zu bezeichnen, nicht aber jene phantastisch spielende Art, Welche ana- 
log der Prospectmalerei von vornherein auf Realität verzichtet und jeder 
derartigen Illusion sogar geflissentlich aus dem Wege geht. Denn nicht 
lügenhaft, sondern dichterisch sollten die Räume durch jene Architek- 
turmalerei enveitert werden, welche nur traumartig und märchenhaft 
den Blick ins Weite führend beschäftigen und die engen Wände der 
kleinen Gemächer durchbrechen sollten. Daher auch die frischen, kei- 
neswegs realistischen Farben, welche nur in Teppichwirkung zusam- 
mengestellt nicht täuschen, sondern schmücken und erfreuen sollten,
        

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