Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstgeschichte des Alterthums
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1614812
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1619781
Plastik. 
Ucbcrgewicht des hellenischen Einflusses. 
Hellenische Renaissance. 
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erwarb, wie er es gerade vorräthig fand (Brunn). Stehen aber hier die 
beiden Factoren, griechischer und altitalischer Styl, unvermittelt neben 
einander, so erscheinen sie an einem ungefähr gleichzeitigen Werke, 
der kleinen Medusenbüste in Hochrelief mit der Künstlerinschrift des C. 
Ovius aus der Tribus Aufentina bereits verschmolzen, u-nd somit das 
vollzogen, was als das Wesen der specifisch römischen Plastik bezeich- 
net werden muss.  - 
Zu Ende des zweiten punischen Krieges (200 v. Chr.) aber nahm 
der massenhafte Statuenimport erst aus den Griechenstädten Italiens 
und Siciliens und dann aus dem eigentlichen Griechenlande, von wel- 
chem schon bei der griechischen Plastik gesprochen worden ist, seinen 
Anfang. Auch wurde     
schon oben erwähnt, wie "M" f: .3  
um 150 v. Chr. Rom so- ( I7"  
gar der Mittelpunkt der  
griechischen Kunstthä- k jcfäjjj j 2,33 jkyi  
tigkeit und der Sitz je- je     K, 
ner Renaissance wurde,  fß  4 1,1.    
welche die durchlaufe- li i;  i A1„ V1  Q 
nen Stadien helleni- M  22 
scher Kunstentwicklung   ß    
in rückwärtsgehender  .1 Hi; 2„ Xi, j z," 
Folge wiederholte. Da   i  
die römischen Gotthei-  'i ß ä 
ten allmälig fast durch-  a kW f 
aus mit griechischen Fig. 240. Mithrasrelief im Louvre.  
identificirt worden wa- 
ren, da ferner der beliebte statuarische Schmuck von Plätzen, Strassen 
und Gärten, von Bädern und Brunnen, von Häusern und Villen vorwie- 
gend aus griechischer Beute oder aus Copien nach berühmten helleni- 
schen Originalen bestritten ward, so blieb der eigentlich römischen 
Kunst, wie sie aus der Verbindung des Etruskischen (Altitalischen) mit 
dem Hellenischen erwachsen war, nur ein verhältnissmässig geringes 
Gebiet übrig. 
Denn selbst jene Gottheiten, welche ihrer Eigenart wegen nicht 
durch griechische ersetzt werden konnten, wie die Iuno Lanuvina, oder 
die orientalischen Culten entlehnten, die nicht vor den späteren Zeiten 
des Hellenismus (zwei Jahrhunderte v. Chr.) im Occident in Aufnahme 
kommen konnten, zumeist aber erst noch später in Rom zum erstenmale 
auftauchten, wie der Isiscult mit den häufigen Statuen der Isis (Fig. 23g)
        

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