Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstgeschichte des Alterthums
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1614812
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1619659
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Rom. 
Verona, Nimes, Trier, Constantine u. s. w. zeigen verhaltnissmässig 
nicht geringere Grossartigkeit. 
Kaum minderer Bedeutung, wie die Anlagen für die öffentlichen 
Spiele, erscheint die ungemein reiche Klasse der G rab- und E h ren- 
denkmäler. In früherer Zeit wird für die ersteren, wie einige Reste 
zeigen, wohl die Tumulusform nach Art der etrurischen Gräber vor- 
herrschend gewesen sein. Einen Tumulus, dessen Cylinder auf einem 
zum Theil noch erhaltenen quadratischen und mit toscanischen Halb- 
säulen decorirten Sockel ruhte, dürfen wir uns namentlich auch über 
dem merkwürdigen Grablabyrinth der Scipionen vor der Porta Appia, 
jetzt innerhalb Porta S. Sebastiano, denken, und auch die hervorra- 
gendsten älteren Grabdenkmäler um Rom verrathen eine solche F-orm. 
lm Laufe der Zeit wuchs der Basamentring in demselben Grade in die 
Höhe, als der vormals grundwesentliche Tumulus zum Zeltdach ver- 
schrumpfte und die grossartigen Gräber der Caecilia Metella, des Cras- 
sus Gemahlin, und der Plautier an der Via Appia und Tiburtina zeigen 
den ersteren schon bedeutend im Uebergewichte. An dem Tumulus- 
grab des Augustus an der Via Flaminia (jetzt innerhalb Porta del Po- 
polo) erscheint der o4 M. im Durchmesser haltende Cylinder durch drei- 
zehn Nischen, einst mit Statuen geschmückt, gegliedert, während der 
nach augusteischer Liebhaberei archaisircnde Erdkegel darüber mit Cy- 
pressen bepflanzt und mit einer Kolossalstatue des Erbauers gekrönt 
war. Noch grossartiger war das von Hadrian erbaute Kaisergrabnlal, 
dessen unterer Cylinder jetzt den Kern der Engelsburg bildet, einst aber 
wenigstens noch einen säulenumkränzten kleineren Cylinder und auf 
diesem statt des Kegels den zeltdachförmigen Abschluss trug. Wo der 
gebotene Raum zu so breit gelagerten Monumenten zu beschränkt war, 
trieb die nebenher gehende Idee des aufgerichteten Denksteines die 
Malzeichen thurmartig in die Höhe, meist in übereinandergesetzten, all- 
mälig an Dimensionen abnehmenden Cuben, manchmal in quadrati- 
schen oder runden (cellen- oder monopterosartigen) Säulenädiculen 
abschliessend, wie das letztere das herrliche Beispiel von St. Remi in 
Südfrankreich zeigt. Die Mannigfaltigkeit, welche übrigens in den end- 
losen Gräberreihen an der Via Appia vom einfachen- Cippus oder vom 
unterirdischen Gesellschaftsgrabe, nach den taubenschlagartigen Tau- 
senden von Aschenlöchern Columbarium genannt, bis zum meilenweit 
sichtbaren Kolossalgrabe, das jetzt Häuschen und Olivengärtchen be- 
quem auf der Cylinderplatform gelagert oder die Reste mittelalterlicher 
Umwandlung in ein Baronalfort zeigt, ist ungemein gross, zumal auch 
ganz fremdartige Formen nicht verschmäht wurden, wie die des Porse-
        

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