Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstgeschichte des Alterthums
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1614812
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1619453
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Rom; 
diess noch in römischer Kaiserzeit das vielgenannte Janusheiligthum 
zeigte, das am Velabrum als ein heiliger Thorrest längst nach dem 
Verschwinden der servischen Mauer selbständig erhalten wurde. Die- 
selbe Einrichtung bestand in Etrurien und zwar häufiger als in den 
übrigen latinischen Städten. Auch waren die Thore wenigstens in Rom 
in so ferne gedoppelt, als zwei Durchgänge nebeneinander waren, der 
eine für den Hinausgehenden, der andere für den Eintretenden, was eine 
verhältnissmässig geringe Weite der einzelnen Durchgänge erlaubte, 
ohne dass der ganze Thorweg in einer den Verkehr hemmenden Weise 
zu klein werden musste. Wie aber diese Durchgänge in Rom gedeckt 
waren, ist unsicher; die älteren Mauerreste Latiums zeigen vom Bogen 
keine Spur, während sich mehre andere Bedeckungsarten, wie mit 
Cloaca Maxim 
Steinbalken oder Platten auf nach oben zusammengeneigten oder senk- 
rechten Pfostenmauern (Segni und Circello, Alatri und Olevano), oder 
in dem sog. falschen Bogen, nemlich durch die bis zur Berührung im 
Scheitel fortgesetzte Vorkragung der horizontalen Steinlagen (Arpino), 
vollständig erhalten haben. Dass auch in Rom und in den nächsten la- 
tinischen Städten der Bogen nicht von Anfang an bekannt oder in 
Uebung war, zeigen alte Brunnenhäuser wie der sog. Carcer Mamer- 
tinus, welcher in seinem unteren Verliesse, wahrscheinlich aus Servius 
Tullius Zeit, nach den noch erkennbaren Ansätzen ursprünglich dem 
Systeme des Tholos von Mykene ähnlich gebildet gewesen sein muss, 
oder das Brunnenhaus von Tusculum, dessen Deckung durch dachfiör- 
mig gegeneinandergelehnte Steinbalken hergestellt ist.
        

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