Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstgeschichte des Alterthums
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1614812
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1619284
Architektur 
Dati 
rung 
der Monumente. 
Plastik. 
Aellesie Peri 
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erwarten lässt, in das Gebiet der Geräthschaften; und namentlich die- 
jenigen, welche den Stempel des höchsten Alterthums tragen, fallen 
fast insgesammt in diese Klasse. Wir können desshalb die früheste Pe- 
riode die decorative nennen, in sofern als in derselben die Kunst 
fast ausschliessend an die untergeordnete Wirksamkeit der Aus- 
schmückung von Gebrauchsgegenständen gewiesen ist. Als die älte- 
sten Erzeugnisse dieses Kunsthandwerks dürfen die in der Grotta 
dell' Iside von Vulci (Brit. Museum) und die in der Grotta Regulini- 
Galassi von Caere gefundenen (Museum Gregorianum des Vatican) be- 
trachtet werden. Ihr Material ist Gold, Silber und Bronze, vereinzelt 
Bernstein und Elfenbein, als Gegenstände treten uns Schmucksachen, 
wie Brustsehmuck, Ohrgehäinge und Gelenkbänder in Golcldraht und 
dünnem getriebenen Goldblech, Halsketten in Gold und Bernstein, 
Schalen in Silber, Candelaber, Kessel, Dreifüsse, Ruhebetten, Räucher- 
Wagen und Schilde in Bronze entgegen. Alles ist importirt oder einge- 
führter Waare nachgebildet, in den getriebenen Figuren des Brust- 
schmuckes an die Geschirre der ninivitischen Ausgrabungen erinnernd, 
in den Verzierungen der Silbersehalen noch näher an kyprisch-phöni- 
kische Silberfunde, in den knolligen Candelabern an ähnliche kyprische 
Bronzegeräthe, wie an den siebenarmigen Leuchter des Tempels von 
Jerusalem. Wurden aber schon oben die ninivitischen Geschirre als 
phönikisches Fabrikat und die ägyptischen am Tigris gefundenen Elfen- 
beinwaaren als ebenfalls durch die Phönikier in Mesopotamien einge- 
führte Handelsartikel bezeichnet, so können wir auch hier keinen An- 
stand nehmen, diese in Etrurien vorgefundenen Gegenstände auf die 
gleiche Wurzel zurückzuführen, da einerseits die Metallblechtechnik der 
Phönikier einen ihrer bedeutendsten Ausfuhrartikel lieferte und der Ver- 
kehr der Punier mit den Etruskerxi nachweislich ein sehr lebhafter War, 
anderseits aber auch die Smaltfläschchen und Alabastra mit ägypti- 
schen Hieroglyphen und Symbolen, der vergoldete Bronzevogel mit dem 
Pschent auf dem Haupte (Grotta dell' Iside) oder die an verschiedenen 
Orten gefundenen Scarabäen auch ohne direeten Verkehr mit Aegypten 
ebenso durch phönikische Handelsvcrmittlting nach Etrurien gekom- 
men sein können; doch bleibt es immerhin möglich, dass einige der 
phönikisirenden und ägyptisirendlen Gegenstände als etruskische Arbeit 
zu betrachten sind, jedoch als eine solche, die sich möglichst genau an 
die importirten Vorlagen hielt; 
Von dieser frühesten Epoche entschiedener Abhängigkeit des 
Kunsthandwerks vom Oriente unterscheidet sich die nächste als eine 
bereits emancipirte, den asiatischen Einfluss abstreifende, an dessen 
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