Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstgeschichte des Alterthums
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1614812
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1618886
Plastik. 
Die hellenische Renaissance in_ Rom. 
347 
gefälschte 
steht. 
Inschrift 
dem 
LYsippos 
zugeschrieben, 
Florenz 
zur Seite 
Der Richtung des Skopas und Praxiteles dann folgten, von den 
jugendlichen Satyren (Petworth) und dem Apollo (Majorca) eines nicht 
näher bezeichneten Apollonios, welche zu unbekannt sind, um ein- 
gehender verglichen werden zu können, abgesehen, Kleomenes, des 
Apollodoros Sohn von Athen, dessen mediceische Venus, mit der himm- 
lischen Gestalt von Milo zusammengehalten, freilich als eine reizende 
Ausarttmg erscheint, bei welcher sich durch fortgesetzte Pointirung des 
zierlich und sinnlich Effectvollen, trotz aller Meisterschaft und allem 
zarten Schönheitsgefühl, doch die göttliche Hoheit, wie wir sie an der 
Knidierin voraussetzen müssen und an der Venus von Milo finden, ver_ 
wischt hat. Dernselben Kreise und der gleichen Entwicklungsstufe, 
wenn auch zum Theil spätere Arbeit verrathend, gehören übrigens mit 
Ausnahme der Münchener (Braschi) und der capitolinischcn, die der 
knidischen näher stehen, fast alle anderen nackten Venusbildtingen an, 
welche die Museen zahlreich besitzen. Wir finden in ihren Meistern 
Zwar keineswegs reine Copisten, aber die praxitelischen Werke als ihre 
Schulideale, welche jedoch die noch nicht ganz erstorbene Individualität 
der Jünger im Geschmacke der Zeit modifieirte. 
Die phidiasische Richtung konnte ihrem hohen Wesen nach, für 
welches die Zeit, von der wir handeln, kein Verständniss mehr besass, 
nicht in dem Grade populär werden, wie die späteren; auch besass Rom 
nur wenige und nicht die bedeutendsten Werke des Meisters, welche 
Zum Studium hätten dienen können. Doch fehlt es auch nicht an dem 
Anlehnen an ihn, namentlich in jenen Götterdarstellungen, welche durch 
Phidias typisch festgestellt worden waren, wie in Zeus- und Athene_ 
Statuen. Dass der chryselephantine Zeus des Polykles und Diony- 
Sios von Athen im metellischen jupitertempcl, wie der aus denselben 
Stoffen bestehende capitolinische eines nicht näher bezeichneten A pol- 
lonios, auf den olympischen zurückgehen, wird mit Recht angenommen 
und erscheint wenigstens für den ersteren um so sicherer, wenn man er- 
wägt, dass die Söhne des Polykles, Timokles und Timarchidos, an einer 
für Elateia in Phokis bestimmten Athene sogar das Schildbiltlwerk der 
Parthenos copirten. Es ist aber auch möglich und wird vielleicht von 
demjenigen, welcher diesen Zusammenhang angedeutet, von Brunn, noch 
weiter begründet werden, dass die über Gebühr geschmähte Pallas des 
Antioehos von Athen in der Villa Ludovisi, deren Gewandbehand- 
hing ebensosehr an die Goldblechtechnik erinnert, wie die ganze Hai-- 
tung der übrigens schlecht gearbeiteten Figur etwas von der Würde
        

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