Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstgeschichte des Alterthums
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1614812
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1618746
Plastik. 
Der Kunstbetriel) der hellenistischen Periode. 
333 
(Fig. Igl und 192), schon ihrer Zahl wegen als eitel Schablonenwerk 
geringschätzen ; dass aber die Porträtbildnerei, auf Welche schon Alex- 
ander die Kunst geführt und welche die Dynastien nach ihm begreifli- 
cherweise ganz besonders hegten, auch nach ihm noch Grosses gelei- 
stet, beweisen ausser erhaltenen Porträtstatuen und ptolemäischen 
Prachtcameen namentlich die Diadochenmünzen, deren Königsköpfe so- 
lange Porträtmünzcn und Medaillen geschlagen worden sind und bis auf 
den heutigen Tag an feiner und lebensvoller Charakteristik und M0- 
dellirung nicht erreicht, geschweige denn übertroffen worden sind 
(Fig. 193). 
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Antiochuä I. v. Syrien. 
281-262 v. Chr. 
   
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Philiggrigä lxfaäirzlfnißn. 
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Pcrseus v. Macedlonien. 
178-168 v. Chr. 
inztypcn der 
lochenzeit. 
Wenn aber auch in der Diadochenzeit sehr vieles und darunter na- 
mentlich imPorträtfach Gutes entstand, so enthält nach dem Gesagten 
das Wort des Plinius doch eine gewisse Wahrheit: vNach der 1 2 1  Olym- 
piade (zgo v. Chr.) hörte die Kunst auf und erhob sich erst wieder in 
der 156. (150 V. Cl1f.).u Es hörte nemlich die Kunst auf, soweit sie 
nicht vorwiegend decorativ und höüsch dienstbar, sondern auf griechi- 
schem Boden selbst als eine volksthümliche erwachsen war und nach 
höheren Zielen strebte. Die Production bestand fort, aber ihre hand- 
werkliche Reichlichkeit ersetzte nicht die verlorne künstlerische Origina- 
lität, und wenn auch manches tüchtige Talent in praxitelischen oder ly- 
sippischen F ussstapfen wandelte und Werke schuf, die noch die-Zierden 
unsrer Antikensammltnlgen bilden, so raubt doch der ihnen anhaftende 
Charakter der Replik ihren Schöpfern den Namen Künstler im vollen 
Sinne des Wortes. Indess, obwohl demnach die dürre Notiz des Plinius 
im Allgemeinen richtig, geht sie doch insoferne zu weit, als sie einiger 
Ausnahmen nicht gedenkt, welche eine nicht ganz unerfreuliche Weiter- 
entwicklung der Plastik, wenn auch auf sehr bedenklichen Nebenwegen 
repräsentiren. An zwei Stellen nemlich erhebt sich in dieser Periode
        

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