Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstgeschichte des Alterthums
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1614812
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1618303
Plastik. 
Archaistische Werke. 
Aeginetische und attische Kunst. 
239 
tlIÜDIliClIC Gewand, wie an der Artemis in Neapel, oder wenn das Ne- 
benwerk jüngeren Styls ist, wie die zehn Gigantenkampfscenen am Mit- 
telstreifen des Gewandes der Athene in Dresden, oder wenn die Ge- 
wandung an einer Figur einer Gruppe alterthümlich streng, an der an- 
dern dagegen frei ist, wie an der Dresdener Dreifussbasis (die sich wie 
alle ebengenanrlten Werke bei Overbeck abgebildet findet), anderer ge- 
ringerer Ungleichheiten nicht zu gedenken, so kann über die Stellung 
des Bildwerkes als eines nur nachgeahmt alterthümlichen kein Zweifel 
bestehen. 
Nehmen wir nun den Faden der Geschichte an der Hand derKünst- 
lertratlition wieder auf. Stillstand und schablonenmassiges Fortarbeiten, 
jenes handwerkmässige Genügen an gewonnenen Formen und Formeln. 
wie am Nil und Tigris war in dem strebsamexi Hellas nicht zu finden. 
Auf der breiten Grundlage einer allgemein erreichten Kunststufe erho- 
ben sich einzelne Werkstätten und Meister wieder über diess Niveau 
und förderten die Kunst zum Theil bahnbrechend für den ganzen helle- 
nischen Kunstbetrieb, zum Theil in einer besonderen Schulrichtung, 
die ihnen eigenthümlich blieb. Von solchen Kunststätten ragten in die- 
ser Zeit zwei in der Weise hervor, dass unsere Berichterstatter die Werke 
dieser Periode gewöhnlich nur nach ihnen unterscheiden, nemlich Aegina 
und Athen. Wir sind zur Zeit trotz sehr ansprechender Versuche (Bur- 
sian Allgem. Encycl. d. W. u. K. LXXXII. 403) noch nicht vollends 
in der Lage die Unterschiede der väginetischena und der vattischena 
Werke dieser Zeit, welche unseren Quellen augenfallig sein mussten, 
aufzuzeigen; denn wenn wir auch die äginetische Arbeit an einem gross- 
artigen Beispiele kennen, so fehlt uns ein attisches Analogon zur Ver- 
gleichung und auch die Künstlergeschichte liefert uns keine zureichende 
Handhabe. Das im Gegensatze zu DCläClElllSChCfa Auffassung Gemein- 
same beider Schulen aber wird wohl hauptsächlich darin bestanden ha- 
ben, dass sie die lebendige Bewegung an die Stelle der steifen Parade- 
stellung setzten, wie wir sie selbst an Gruppen der archaischen Periode 
finden oder voraussetzen dürfen. Von äginetischen Künstlern zunächst 
werden uns zwei hervorragende genannt, Kallon und Onatas, von 
welchen wieder, wenn gleich Kallon wegen seiner Härte unmittelbar un- 
ter Kalamis gesetzt und durch diese Zusammenstellung allein schon als 
nicht unbedeutend hingestellt wird, doch Onatas der berühmter-e ge- 
wesen zu sein scheint. Für uns ist er auch bemerkenswerther als jener 
durch die uns erhaltene Beschreibung zweier Hauptwerke, welche, in 
g-rösseren Weihegeschenkgruppen zu Olympia und Delphi bestehend, 
die urn den Zweikampf mit Hektor loosenden Griechen vor Troia und 
REBER, Gesch. d. a. Kunst. 1 9
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.