Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstgeschichte des Alterthums
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1614812
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1618205
Plastik. 
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morsculplu 
ne Technik. 
Chryselephanti 
'279 
älteren Schülern, Hegylo s und dessen Sohn Theo kl es, wird dann 
eine für das Schatzhaus der Epidamnier in Olympia hergestellte Statuen- 
gruppe erwähnt, Welche den Herakles bei den Hesperiden nebst dem 
die Himrnelskugel tragenden Atlas zum Gegenstande hatte und die von 
Pausanias freilich schlechtweg als von Cedernholz geschnitzt bezeichnet 
wird, bei welcher aber, wie Overbeck bemerkt, Schlange und Baum mit 
den goldenen Hesperidenapfeln zur Anwendung von Elfenbein und Gold 
gleichsam herausforderten. Von einer Cedernholzgruppe zweier an- 
derer Schüler der kretischen Meister, der Brüder Dorykleidas und 
Dontas aus Lakedämon, den Kampf des Herakles mit Acheloos um 
Deianira darstellend, berichtet Pausanias die Anwendung von Gold 
sogar ausdrücklich. Die beiden letzteren Meister müssen jedoch auch 
die letzte Stufe der chryselephantinen Technik bereits erreicht haben, 
indem sie das vorher noch grossentheils als solches sichtbare Holz- 
schnitzwerk nur mehr als Kern benutzten und ganz mit Gold und Elfen- 
bein verkleideten, wie diess wenigstens mit der Themis und wohl auch 
den Horen von Dorykleidas im Heratempel zu Olympia der Fall war. 
Dass Pausanias diese Werke zu den allerältesten rechnet, ist wohl 
relativ zu verstehen; wir dürfen auch annehmen, dass gerade die Werke, 
in denen eine neue Technik sich Bahn bricht, künstlerisch etwas zurück- 
blieben. War ja in derselben Zeit und Schule noch ein Sphyrelaton 
aus getriebenen und zusammengenicteten Erzplatten möglich, wie das 
Zeusbild beim Tempel der Athene Chalkioikos in Sparta von der Hand 
eines Genossen derselben Schule, des Klearchos von Rhegion, zeigt, 
Welchen man nicht desswegen aus dem Verbande der Schule hätte aus- 
scheiden sollen, weil Dipoinos und Skyllis keine Erzgiesser waren, 
indem ja das Sphyrelaton der chryselephantinen Kunst, als der Ver- 
bindung des Xoanon mit dem Sphyrelaton, viel näher steht als dem 
Erzguss. 
Ausser anderen Künstlern dieser Schule ist noch zu nennen der 
Aeginet Smilis, der mit Dorykleidas gemeinsam an der Horengruppe 
von Olympia arbeitete und als der älteste Künstler Aeginas gerühmt 
wird. Sein Zusammenhang mit der Schule des Dipoinos und Skyllis 
steht nach der angeführten Notiz mehr fest, wie der mit den späteren 
noch zu nennenden Meistern Aegina's; wenn er sich aber aus dem en- 
geren Schulverbande losmachte, und so selbständig in seiner engeren 
Heimath wirkte, so können wir damit die erfreuliche Ausbreitung von 
Technik und Kunst wie die Vermehrung der Kunststätten constatiren. 
Die Künstlergeschichte und die antiken Nachrichten über Kunst- 
werke würden uns jedoch nur über die Entwicklung der Technik und
        

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