Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstgeschichte des Alterthums
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1614812
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1618083
Plastik. 
Dädalische Kunst. 
Eingelegte Arbeit, Empiistik. 
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jugendlichen Fackelhalter (Lampadophoren) im Palast des Alkinoos als 
mit getriebenem G0ld_ und Silberblech umgebene Holzbilder zu denken 
habe, deren Technik, wie schon öfter bemerkt worden ist, in den phö- 
nikischen Landen heimisch war und im heroischen Griechenland nach- 
geahmt wurde. Denn wenn .auch die Phäakeninsel von der Phantasie 
des Dichters aufgeputzt wird, so durfte diese, wenn sie verständlich 
bleiben wollte, doch nicht etwas technisch Neues erfinden. Es scheint 
jedoch, dass die statuarische Kunst in der heroischen Zeit keine Breite 
hatte, wenn auch die Vermuthung als zu weit gehend bezeichnet werden 
muss, dass namentlich den metallblechbekleideten Werken der Phäaken- 
insel bei Homer nur eine ungefähre Kunde aus dem Verkehr mit orien- 
talischen, innerasiatischen Völkern zu Grunde liege. Jedenfalls lag das 
Schwergewicht der Bildnerei dieser Periode in einem anderen, nemlich 
dem tektonischen Gebiete. Hierher gehören zunächst Mobilien in Holz, 
weniger durch die bereits Homer bekannte Technik des Drechselns, 
als theils durch Reliefschnitzerei an denselben, theils durch die einge- 
legte Arbeit, bei welcher Metall- und Elfenbeinplättchen, wie Bernstein 
in die eingeschnittenen Vertiefungen gefügt, das Ornament oder die 
figürlichen Darstellungen bildeten. Diese wahrscheinlich wieder auf 
syro-phönikische Einfiüsse, auf welche schon die Materialien wie Ana- 
logien (salomonischer Thron) hinweisen, zurückgehende Technik, in 
welcher, abgesehen yoneigentlichen Kunsthandwerkern, die königlichen 
Helden selbst (Odysseus als Verfertiger des Ehebettes) ebenso wie die 
Königinnen (Penelope, Andromache und Helena) in Stickerei und We- 
berei bewandert waren, für welche aber auch Künstler von Fach genannt 
werden, wie Ikmalios als der Verfertiger des Sessels der Penelope, 
reicht auch noch in die historische Zeit herab (Kypseloslade) und wird 
dort eingehendere Besprechung finden. 
Die bedeutendste Stelle aber nehmen in diesem Gebiete die von 
dem Dichter am ausführlichsten und anschaulichsten beschriebenen 
Metallgeräthschaften mit Bildwerk ein, namentlich Gefasse, Dreifüsse 
und Waffen. Die ersteren, welchen das Epitheton vblumenreichii 
charakteristisch ist, dürfen wir uns mit Ornamentkränzen verziert vor- 
stellen, wie sie sich in Assyrien und ganz ähnlich an altgriechischen und 
altitalischen Broncen, namentlich aber gemalt an den ältesten griechi- 
schen Vasen finden. Becher mit Buckeln (Il. XI. 63 3.) haben die 
ninivitischen Ausgrabungen in Bronce geliefert und Vögel wie stylisirte 
Thierkämpfe und Schlangen (I1. XI. 034., Od. XI. 610 fg., XIX. 227 fg., 
Il. XI. 17 fg.) finden sich an allen alten Vasen häufig in das Ornament 
eingesetzt und sind diesen analog leicht auch als Henkel oder auf Metall-
        

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