Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstgeschichte des Alterthums
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1614812
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1617824
Architektur. 
Die ionischen Denkmäler Athens. 
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eine fast übergrosse Pracht. Nicht genug dass der Canal der Spiralen 
verdoppelt ist, wodurch diese eine gleichsam vibrirende Bewegung erlan- 
gen, und dass auch die Polsterseiten mehrfach gekehlt und auf den tren- 
nenden Stegen mit Astragalen geschmückt sind, ferner dass dem Echi- 
nus über dem Eierstab noch ein Bandornament aufgemeisselt ist, es 
tritt sogar ein ganz neues, die Ge- ' 
stalt des Capitäls wesentlich verän- ' 
derndes Glied hinzu, nemlich ein  
mit reichem Palmettenornament be-   
deckter breiter Säulenhals. Die  
Wirkung dieses wird dadurch be-   
sonders wohlthätig, dass sein Orna-  
mentschema auch in den Antenca-  
pitälen wiederkehren und so die 
Harmonie des Ganzen wesentlich 
befördern konnte. Die Säulen der 
nördlichen Vorhalle zeigen bei et- 
was grösseren Verhältnissen noch 
grösseren Reichthum, namentlich in 
den Basen, deren oberer Torus statt 
der ionischen Canelluren in Band- 
gefiecht ornainentirt ist. Das Ge- 
bälk, dem der Zahnschnitt ebenfalls 
fehlt, zeichnet sich durch die grosse 
Eleganz der mustergültigen Kyma- 
tien aus und war einst durch ein 
Friesrelief belebt, das jedoch in 
Folge eines Missgriffs in der An- 
'bringung bis auf wenige Fragmente 
verloren ist. Die einzelnen Figuren 
waren nemlich nicht am Friese selbst 
gearbeitet, sondern lediglich an den  
ebenen Friesgrund angeheftet, und Fig- "31-  des 
konnten so die Jahrtausende natur-  
lich nicht überdauern.  Eine der köstlichsten Perlen in dem kostbaren 
Schmuck des Erechtheions endlich ist die sog. Koren- oder Karyatiden- 
halle an-der Südwestecke  welche statt der Säulen jungfrauengestal- 
ten als Stützen der flachen Marmordecke enthält, zu welchen wohl die 
korbtragenden attischen Mädchen bei den Panathenäen ( Parthenon- 
fries) das Vorbild dargeboten haben, wesshalb man sie auch passend 
REEER. Gesch. d. a. Kunst. 1 ö
        

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