Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstgeschichte des Alterthums
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1614812
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1617733
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Ilellas. 
Behandlung der Geschichte des Dorismus, und anderseits wohnt auch 
dem ionischen Style nicht die gleiche Entwicklungsfähigkeit inne. Doch 
fehlt es auch trotz der noch immer unvollkommenen Untersuchung der 
kleinasiatischen Westküste auch hiefür nicht ganz an Material. Wir haben 
schon im Süden Kleinasiens, in Lykien, Spuren einer frühen Bildung ioni- 
scher Formen gefunden und diese protoionisch und als archaische Bildun- 
gen, welche den asiatischen Elementen näher zu stehen scheinen, wie die 
älteren Tempelreste der Westküste, bezeichnet. Den Capitälen jener ly- 
kischen Felsengräber (vgl. Fig. 106) ist namentlich das Fehlen des Echi- 
nus charakteristisch, durch dessen so wesentliche Einfügung erst das 
ionische Capitäl sich vollendete. Auch hat die Polsterbildung zwischen 
_den Spiralen noch keine systematische Durchbildting gefunden, und er- 
scheint bald völlig geradlinig, bald. ungehörig gesenkt. Ueber die 
Schwierigkeit einer Uebergangsvermittlting vom Schaftende zum Volu- 
tengliede hilft man 
f, Xßfm-iifjlx  sich mit deckender 
f,  XY. Eintiugtnglg einer Pal- 
  H-- me e o er eines an- 
li O   l  dern Ornamentes hin- 
lä   xi! O z) weg. Das einzige Bei- 
 [f   spiel von verwandter 
   alterthümlicher Bil- 
dung im eigentlichen 
 Griechenland bietet 
j  das Innere des schon 
     bei den dorischen Mo- 
nuxnenten besproche- 
nenApollotempelsvon 
    Bassae in Arkadien 
   dar, welches jedoch 
Fig.152. Base und Capitäl von Bassae. schon der Entste- 
 hungszeit nach nicht 
archaisch, sondern nur archaistisch (bewusst und affectirt alterthümlich; 
sein kann. Wir finden nemlich hier (Fig. 152) an den Dreiviertelsäulen 
des Celleninnern eine stark ausladende Base, deren mächtiger Hohlkehle 
der verschrumpfte Torus nur schlecht entspricht. Das untere Schaft- 
stütck selbst bildet eine über den blossen Anlauf weit hinausgehende und 
eine zweite grosse Hohlkehle darstellende Einziehung, welcher am obe- 
ren Schaftende kein genügender Ablauf gegenübersteht. Die etwas zu 
flachen Canelluren setzen sich bis an die äussersten Schaftenden fort und 
        

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