Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstgeschichte des Alterthums
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1614812
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1617650
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Hellas. 
aber sind (Fig. 148) gleichsam verkröpfte Dreiviertelsäulen an den 
Längswänden gereiht, welche so ursprüngliche Formen zeigen (Vgl. 
Fig. 15g), dass es schwer zu erklären ist, wie attische Architekten, 
welche die Innensäulen der Propyläen und wenigstens den Beginn des 
Erechtheions in Athen kennen mussten, dazu die Zeichnung geliefert 
haben konnten. Merkwürdig ist das Innere auch durch ein hochalter- 
thümliches korinthisches Capitäl, über dessen Stelle die Annahmen ver- 
schieden sind, welches aber seiner Gestalt nach unten noch nähere Er- 
örterung finden wird. 
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Plan des Apollotempels von Bassae. 
Dieselben leisen Spuren der beginnenden Ausartung zeigen auch 
die übrigen attischen Reste dieser Zeit, wie das angeblich ebenfalls von 
Iktinos gebaute Telesterion (Mysterienversammlungshausj zu Elellsig 
(Fig. 14g), ein quadratisches Hypostyl mit zwölfsäuliger, ohne Zweifel 
giebelloser Vorhalle, die Tempel und Propyläen von Eleusis, von Su- 
nion u. dergl. Luxus und Prachtliebe, denen die ernste einfache dem 
Ionisrnus sich nicht beugende Majestät des dorischen Styls nicht mehr 
entsprechen konnte, begannen sich mit Vorliebe dem ionischen Styl zu- 
zuwenden, welcher nicht blos in den Propyläen für das Innere schon 
verwendet worden war, sondern auch früher in kleineren Tempeln, da- 
mals aber sogar im Hauptheiligthum der Nation, dem sog. Erechtheion 
ganz selbständig und in wahrhaft blendendem Glanze aufgetreten war. 
Das Dorische musste sich daher auf Portiken und Peristyl und bei dop- 
pelgeschossigen Anlagen der Art auf das Erdgeschoss zurückziehen, 
wo man ihm der grösseren Tragfähigkeit wie der minder kostspieligen 
Herstellung wegen den Vorzug gab. Der letztere Umstand führte auch 
Vereinfachungen mit sich, welche allerdings in ihren trockenen, lediglich 
geometrischen Formen den ästhetischen Werth vollends tilgten, wie 
ein von einer Porticus des Philippus stammendes Beispiel zu Delos 
(Fig. 140) zeigt, dessen Echinus in einer geradlinigen schrägen Ausladung
        

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