Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstgeschichte des Alterthums
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1614812
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1617306
Architektur 
Entstehung des dorischen Gebiilks. 
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hüllung der jedenfalls unexacten Fuge zwischen den Deckbalken und 
dem obern Wandende hergestellt wurde. Dadurch richteten sich die 
Schlitze der nach ihnen genannten Tafel (Triglyphe, weil mit Einschluss 
der zwei an den Kanten befindlichen halben drei Schlitze zeigend) na- 
turgemäss nach unten, was auch ausserdem zweckmässig war, indem 
sie als förmliche Rinnen dem Wasser keinen Aufenthalt, sondern viel- 
mehr Abfluss gewährten und überdiess den grossen ästhetischen Vor- 
zug hatten, die senkrechte Tendenz kurz vor dem Horizontalabschluss 
noch einmal reichlich auszusprechen oder vielmehr mitten in den hori- 
zontalen Deckengliedern zu wiederholen. 
An diese Triglyphenverschalung reiht sich weiterer Dielenschmuck, 
welchem ebenfalls, wie jeder gesunden baulichen Decoration, auch tekto- 
nischer Zweck zu Grunde liegt. Die fortlaufende Leiste nemlich, welche 
wie erwähnt an die untere Schnittfläche der Triglyphendielen geheftet 
wurde, bedurfte als hängend einer besonders kräftigen und sichtbaren 
Befestigungsart. Diese wurde durch mehre starke, pf-löekchenartige 
Holznägel erwirkt, welche von unten so eingetriebeim wurden, dass die 
Köpfe derselben sichtbar blieben, wobei man jedoch unter jeder Tri- 
glyphe noch je ein Leistchen verlegte, durch welche stellenweise Ver- 
doppelung an den Orten eine Verstärkung gewonnen wurde, wo man 
sie der wiederholten Durchbohrung mit Nägeln wegen am meisten be- 
durfte. Wie aber dadurch das Deckenglied mit der Wand zugleich 
decorativ verknüpft wurde, so bedurfte es auch oben an dem durch 
die Sparrenlage gebildeten Traufegesimse noch weiterer Ausbildung 
und Markirung. Die Fuge zwischen der Pfette und dem obern Ende der 
Triglyphendecke wurde mit Leisten verkleidet, welche dann als eine 
Art von Triglyphenbekrönung sich gestalteten; bedeutsamer aber behan- 
delte man die Unterlläche des vorspringenden Sparrengliedes, an wel- 
chem, wie schon gesagt, auch die Aussenseite mit- einer fortlaufenden 
Diele verschalt war. Wie man nemlich die Heftbänder unter den Tri- 
glyphen als einer besonders sorgfältigen Befestigung benöthigt erachtete, 
so schien auch hier als an der unterwärts gewendeten Seite der Spar- 
ren, an welcher die Verschalung nicht lag oder lehnte, sondern schwe- 
bend hing, eine vermehrte und recht deutliche Anheftung sowohl ge- 
boten als auch für den sichern Anblick wünschenswerth, und es wurde 
daher die Diele an jedem Sparrenende mit zahlreichen Ilolznägeln be- 
festigt. Wie ferner dort vorher jeder Triglyphe und jedem Horizontal- 
balken entsprechend noch eine besondere Leiste dem fortlaufenden 
Heftbandleisten untergelegt wurde, so nahm man auch hier noch ein be- 
sonderes, an die Triglyphe erinnerndes Dielenstück unter jeden Spar-
        

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