Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstgeschichte des Alterthums
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1614812
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1617248
Architektur 
Tho re  
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den Quadern oder Steinplatten unterlegte, wie diess Beispiele von Sa- 
mos und Phigalia (Fig. 117 und 118) zeigen. In dem Maasse aber als 
dadurch die Bedenklichkeit bezüglich. der Sturzblöcke sich minderte, 
trat sie hinsichtlich der Vorkragungen und des möglichen Abdrückens 
derselben ein, und so verdiente jedenfalls eine dritte, wie die beiden 
vorherbeschriebenen auch schon in Aegypten längst geübte Art den 
Vorzug, nach welcher die Thordeckungen vermittelst giebelförmig ge- 
geneinander gelehnter Steinblöcke gebildet waren. Diese Art (Fig. 1 19) 
war bei entsprechenden Widerlagern, wie sie die Wände beiderseits 
ohnehin darboten, fast jeder darauf gesetzten Last gewachsen, indem 
deren Zunahme sie nur mehr 
gegeneinander drückte und  
inniger verband; überdiess  
gestattete sie eine grogseäe   _ 
Weite des Thorwegs. n  l   _  
lich konnte ein giebelförmi-    
ger Abschluss auch auf dem  e;  
Wege der veekeegeeg der s,   a 
Steine, wie es schon in  v. 
dem Entlastungsverfahren   i;   W15 
des Sturzblockes (Mykenel;  l  I; 
vorlag, erzielt werden. Da- y u,  _1_ 
bei machten sich jedoch   
doppelte Unterschiede gel- i "  "Qiltriwisnxq h 
tend: entweder konnte nem- m; I; um von Dem 
lich diese Vorkragung schon, 
wie auch im Tholos von Mykene, vom Boden an beginnen (Fig. 120) 
oder erst in gewisser Höhe über den senkrechten Thorwänden (F ig. 1 2 1), 
und anderseits konnte für beide Falle die Giebellinie der Vorkragung 
jener parabolischen Tholenform entsprechend etwas concav geschnitten 
und so dem Eindruckc eines Spitzbogens genähert werden (Fig. 122 
und 12 3), durch welche Unterschiede zwar die Erscheinung wesentlich 
alterirt, structiv jedoch nichts geändert wurde. Mit den aufgezählten 
Varietäten waren aber alle Möglichkeiten erschöpft, welche mit Aus- 
schluss des wirklichen Bogens zu Gebote standen, welcher letztere auch 
in historischer Zeit und selbst als man ihn sicher kannte, von den Grie- 
chen verschmäht wurde, wie der Aquäcluct beim Thurrn der Winde zu 
Athen zeigt, der zwar in Bogenform, aber ohne Keilschnitt und Bo- 
genconstruction durch bogenförmig ausgehöhlte Monolithe herge- 
stellt ist.
        

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