Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstgeschichte des Alterthums
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1614812
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1617164
Architektur. 
S09 
Schatzhaus des Atreus. 
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bis endlich unter allmäliger Verengerung der Kreislagen diese im Scheitel 
zusammentreffen. Die quaderförmigen Steine sind ohne Bindemittel ge- 
fugt, zwischen die sich nach aussen erweiternden Stossfugen aber sind 
ausfüllend kleine Bruchstücke eingekeilt. Eine Nebenkammer zur Rech- 
ten scheint aus dem Felsen gehauen zu sein. Als Zugang zum Ganzen 
dient ein 18,6 M. langer, 6 M. breiter, beiderseits von Quader-Wänden 
begränzter, aber unbedeckter Corridor, welcher zu einem Portal führt, 
das bei 6 M. Höhe und 3 M. unterer, 2,4 M. oberer Weite schon die 
dreifach abgestufte Umrahmung zeigt, welche Pfosten und Sturz auch in 
späterer Zeit verblieb. Der letztere ist vermittelst eines dreieckigen Lo- 
ches entlastet, das durch giebelförmiges Zusammentreten der Quadern 
gebildet und wahrscheinlich einst ebenso, wie wir es am Löwenthor von 
Mykene finden werden, durch eine dreieckige Reliefplatte geschlossen 
war. Das ganze Portal scheint reich decorirt gewesen zu sein: es wurden 
nemlich von demselben Fragmente von sculpirten Ornamenten, unter 
denen besonders Reste einer jetzt verschwundenen Halbsäule von farbi- 
gem Marmor (F ig. 112) hervorragten, gefunden, welche schwerlich blos 
zur Ausschmückuiw der dreiecki- 
gen Platte über dein Sturze, wie i, 
Gell nach Analogie des Löwen- i,  3.x  
thors vermuthet, sondern viel-  ' N  v1 
mehr zum Schmucke des ge- ihm. i9  V  
samniten Portals, wie cliess Do- ßx X,  
naldson in einer freilich etwas zu  
sumtuosen Restauration aiischau- k,   
lich macht, gehörten. Das Orna- i, 9,! ijf n 
ment derselben wie der Beklei-  QM     
dungSPlatten, von welchem sich    
grössere Fragmente im britischen  AQLMQÄCQÄQ  
Museum, kleinere im Münchener  
Antiquarium befinden, besteht in  
"rossen Zickzackformen ausge-  
F.   7  b   
fullt mit Spiralen, welche wie die b"  A"    ä," 
ganze Gestalt der Halbsätile auf  
asiatische Schule hinweisen. Da- 
bei dürfen wir zunächst an Phöni-    
kien denken, dessen kunsttechni_ Plg. 112. Halbsaiile vom sog. bchzitzhaiis des Atreiis. 
scher? Einfluss auf das älteste Hellas kaum überschätzt werden kann,. 
wie aus Homer hervorgeht, der keinen Anstand nimmt, die besten von 
Menschenhand herrührenden Kunsterzeugnisse sidonische Werke zu
        

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