Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstgeschichte des Alterthums
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1614812
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1617088
Lydien. 
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verziert 
An einem 
dritten 
ähnlichen Denkmal Hndct sich auch ein 
vegetabilisches Ornament, nemlieh ein F ries in Palmetten und Knospen 
wechselnd, dem -assyrischen Blumenornamente ganz nahe stehend aber 
seltsamer Weise nach abwärts gewandt, was sich vielleicht durch das 
Vorkommen desselben auf assyrischen oder babylonischen Stoffen er- 
klaren lässt, die als Vorbilder für diese Teppichdecoration leicht zu ver- 
kehrter Anwendung führen konnten, anderseits aber auch an die hän- 
gende Granatapfelverzierung der Säulen Jachin und Boas am sal0mo- 
nischen Tempel gemahnt. Ausser weiteren Grottengräbern der Art 
Finden sich namentlich nördlich von Seid-el-Ar zahllose entweder ganz 
sehmucklose oder nur mit schlichten Giebeln versehene Grabgrotten, 
welche die Höhen Phrygiens siebartig durchlöchern, zugleich aber von 
der Seltenheit auch der kleinsten künstlerischen Anstrengung in diesem 
idyllischen Berglande Zeugniss geben. 
Erkennt man indess auch schon diesseits des Flusses Halys, der 
Gränze der mesopotamischen Herrschaft vor Cyrus, assyrisch-persischen 
Einfluss, so erscheint dieser jenseits desselben im östlichen Phrygien in 
ausschliessender Geltung. Zu Eyuk finden sich die Reste eines Tem- 
pels (F) mit einem Portale, das von denselben Monstren flankirt ist, wie 
wir sie in Ninive und Persepolis gefunden haben, und Boghaz-Kieui 
enthält ausser Felsenreliefs, die den persischen vollkommen ähnlich 
sind, noch polygone Terrassensubstructionen mit "einer Palastruine, 
welche ebenfalls dem Plane eines der persepolitanischen Königshäuser 
genau entspricht.  
Das dritte der drei selbständigen Culturländer Kleinasiens, Ly- 
dien, war den ionischen Küstenstädten und deren überlegenem Einfluss 
so nahe gerückt, dass es von seiner Eigenart nur wenig in spätere Zeiten 
retten konnte. Wir finden daher auch nur eine bestimmte Gräberart 
dort vor, welche gleichwohl auch in Griechenland ähnlich beliebt ward, 
hier aber wie in Etrurien sich in ausgedehnten Nekropolen typisch wie- 
derholte, nemlich das Tumulusgrab. Sie ist als die monumentale Grab- 
hügelform des kleinasiatischen Westens überhaupt zu bezeichnen, und 
dieser als solche ebenso charakteristisch, wie die reine Pyramide Aegyp- 
ten und die Terrassenpyramide Chaldäa. Sie besteht aus einem cylin- 
derförmigen Unterbau von geringer Höhe mit schlichter Basament- 
schmiege und einfachem Gesimse, in mehren concentrischen Ringen 
von kyklopischem Mauerwerk, die durch radienförmige Wände verbun- 
den und deren Zwischenräume mit Erde ausgefüllt sind, hergestellt. 
Darauf war der sanftansteigende konische Hügel aufgesehüttet, manch- 
mal äusserlich ebenfalls mit grossen in einander gefugten Polygonen
        

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