Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstgeschichte des Alterthums
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1614812
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1617026
Lykien. 
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übrigens nicht blos in Kleinasien, sondern auch schon theilweise in Phö- 
nikien im Gebrauch gewesen zu sein scheint. Manchmal ist das Balken- 
gerüst der Fronte und selbst einer inneren Raumabtheilting ganz durch- 
brochen, wie diess ein schönes Beispiel von Myra (Fig. 102) zeigt, wel- 
ches die äusserste Gränze des Möglichen in dieser-Art zu berühren scheint, 
aber auch die Bedingungen des Materials dadurch in dem Maasse über- 
schreitet, dass hier auch die zierliche Curiosität nicht mehr mit der 
übertriebenen Künstelei versöhnt, wie überhaupt die Stylwidrigkeit des 
ganz unmodiiicirt auf den Stein übertragenen Holzwerks trotz allen 
pikanten Reizes künstlerisch unangenehm berührt. Am frappantesten 
tritt diess an jenen selteneren Grabmonumenten von Phellos und Myra 
entgegen, bei welchen das ganze Blockhaus frei aus dem Felsen her- 
ausgearbeitet ist. Dieses zeigt dann an allen vier Seiten das Holzvorbild 
so vollständig und gewissenhaft wiederge- - 
geben, dass man darnach das Wohnhaus  
eines lykischen Aelplers, dessen Hütte merk-   i 
würdiger Weise auch jetzt noch einige Aehn-   ifiij; 
lichkeit zeigt, aus Holz zu reconstruiren und u"   
sonach aus der versteinerten Copie das seit (ä  
zwei Jahrtausenden verwitterte Vorbild  
wiederherzustellen vermochte.  T,  
Neben diesen Gräbern erheben sich x21"! llilllllililiiigi Bill. 
öfters als Nebendenkmal, zuweilen auch    
ganz selbstständig Pfeilermonumente, in  .   
die Gattung der Obeliske gehörig, jedoch  Axlnmg    
mit einer Lykien charakteristischen Be-    24-7 
krönung. Statt des Pyramidalabschlusses Fig- mß- S09  
von Aegypten, des hemisphärischen von 
Phönikien, und endlich der Terrassensttifen der assyrischcn Denkpfeiler 
finden wir nemlich hier eine Bekrönung von (im Gegensatz zu den sich 
einziehenden assyrischen) übereinander vorkragenden Platten, und dar- 
über einen kleineren aber ziemlich hohen Plinth. Das bedeutendste Denk- 
mal der Art ist das durch seine Sculpturen bekannte sog. Harpyien- 
monument von Xanthos (Fig. 103), jetzt in seinen Haupttheilen in den 
lykischen Saal des britischen Museums versetzt. Es besteht aus einem 
gewaltigen rechtwinkligen Monolith von ungefähr 5 M. Höhe, auf wel- 
chem die kleine Grabkammer angebracht ist, deren umschliessende 
Wände von jenen berühmten, in der Geschichte der griechischen Plastik 
eine Rolle spielenden Reliefs geschnlückt werden. von denen später 
noch gesprochen werden soll. 
RFJZER. Gesch. d. a. Kunst. 1 I
        

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