Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstgeschichte des Alterthums
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1614812
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1617002
Kleinasien. 
Lykien. 
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zeigt, sind buchstäblich bedeckt mit Grabdenkmalen, ungemein reizend 
durch die reiche Abwechselung ihrer Formen wie durch die male- 
rische Benutzung der natürlichen Bildung der F elsabhänge. Die Mehr- 
zahl besteht aus Felsengräbern, welche deutlich aus Balken gezimmerte 
Hütten nachahmen und die man deshalb Blockhausgräber nennen 
dürfte, wenn mehr als die Deckhölzer aus unbehauenen Baumstämmen 
hergestellt schiene, oder Fachwerkgräber, wenn dabei die Felder zwi- 
schen der scheinbaren Balkenumrahmung durch Mauerwerk ausgefüllt 
zu denken wären. Diese Gattung darf als die bedeutsamste betrachtet 
werden, sowohl durch die Individualität jedes einzelnen Denkmales, 
welche ebenso mannigfaltig ist, als es die Wohnhäuser des lykischen 
Fig. xoo und m1. 
F elsengräber 
von Antiphel 
Bergvolkes je nach grösserer oder geringerer Wohlhabenheit gewesen 
sein mögen, wie auch durch die Künstlichkeit der exacten Nachbildung 
des ganzen Balkenwerks bis ins Detail der Vorstösse der Querriegel, 
der Verkämmung, Verzahnung, Einzapfung, der Holznägel, der Decken 
aus rundlichen Stangenhölzern u. s. w. im lebenden Felsen. Der An- 
blick musste, als die Werke noch vollkommen erhalten waren, an ein 
Versteinertes Gebirgsdorf gemahnt haben, und gehört auch jetzt noch 
zu dem Interessantesten, was die Ruinenstätten der Welt darbieten. 
Findet sich auch das Bestreben bei mehren alten Culturvölkern, den 
Abgeschiedenen für den ewigen Schlaf einen Raum zu bereiten, welcher 
der Wohnung, die sie lebend innehatten, möglichst ähnlich war, so ist
        

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