Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstgeschichte des Alterthums
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1614812
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1616896
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Phönikien, Palästina und Kleinasien, 
Palästinas (Siloam) vorkömmt, jene Bekrönung aber nicht blos in Phö- 
nikien die herrschende, sondern auch in Assyrien (Tempelterrasse von 
Kisir-Sargon) und in Persien (Thür- und Feilstergesimse) heimisch war. 
Der 14 Ellen breite Eingang war den geböschten Mauern entsprechend 
vermuthlich nach oben etwas eingezogen, so dass, namentlich wenn man 
die Kolossalität einzelner Bausteine in Erwägung zieht, welche nach 
josephus wenigstens am herodischen Bau eine Länge bis zu 45 Ellen (F) 
bei einer Breite und Höhe von 6 und 5 Ellen erreicht haben sollen, der 
Sturzblock keine Bedenken erregen kann. Ausserdem scheint über 
demselben noch jenes Entlastungsverfahren angewandt gewesen zu sein, 
das man auch in Aegypten und Mykcne findet, indem man nicht ein- 
fach über den Sturz wegbauend auf denselben die Quadern legte, son- 
dern diese von beiden Seiten her sich. allmälig nähern liess, so dass eine 
giebelförmig dreieckige Oeffnung blieb, welche man, um den schweben- 
den Sturzblock möglichst wenig zu drücken, entweder mit einer Mar- 
mortafel (Mykene) oder mit leichtem dünnen Mauerwerk ausfüllte. Auf 
dieses Verfahren scheint die freilich erst vom herodischen Tempel gel- 
tende Notiz hinzuweisen, dass sich der von der Königin Helene geweihte 
goldene Leuchter über dem Eingang zum Tempel und zwar von der 
Sonne bescheinbar, somit aussen über dem Sturze befand, namentlich 
aber die Notiz von einem Dreieck über dem Eingang vom Heiligen ins 
Allerheiligste (vgl. Haneberg S. 2 51, Anm. 156). 
Aus dieser Vorhalle trat man durch eine Pforte mit Pfosten aus Oli- 
venholz und cypressenen Thürflügeln, beides mit Gold überzogen, in das 
20 E. breite, 40 Ellen lange und 30 Ellen hohe nHeiligeq, an welches, 
durch eine vergoldete Scheidewand aus Cedernholz mit reich geschnitzter 
ebenfalls goldverkleideter Thür wie durch einen kostbaren Vorhang 
getrennt, das nur in seltenen Fällen betretbare vAllerheiligstea stiess, 
das einen Raum von 20 Ellen nach jeder Seite wie nach der Höhe, so- 
mit einen Cubus darstellte. Beide Räume zusammen aber waren an 
allen Seiten mit Ausschluss der von dem Portalbau begränzten Fronte 
von einem dreigeschossigen zahlreiche Sacristeikammern bildenden 
Nebenbau eingeschlossen, welcher von aussen durch drei Piensterreihen 
erleuchtet wurde, und da jedes Stockwerk 5 Ellen im Lichten in der 
Höhe mass, mit Einschluss der drei Decken im Ganzen 20 Ellen in der 
Höhe erreicht haben muss. Es wurde dadurch das Allerheiligste nach 
Aussen ganz verdeckt und blieb sonach fensterlos und dunkel, wäh- 
rend das Heilige diese Nebenräume um zehn Ellen überragte, in welcher 
Ueberhöhung auch die Fenster, welche für das Heilige ausdrücklich 
angegeben werden, angebracht sein mussten. Das Dach oder vielmehr
        

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