Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstgeschichte des Alterthums
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1614812
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1616834
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nikien, 
1121 I1! 
d Kleinasielu. 
wohl feststeht, dass sie als monstrose Zusammensetzungen von Stier-. 
Löwen-, Adler- und Menschenkörpern oder wenigstens von dreien der 
genannten, indem entweder der Stier- oder der Löwenleib sich gegen- 
seitig ausschliessend den Hauptbestandtheil bildeten, zu betrachten seien. 
Wenn aber de Saulcy mit Layard nicht bezweifelt,.dass sie überhaupt den 
symbolischen Thormonstren der ninivitischen Paläste, wie solche oben 
(Fig. 62 und 6 3) sich gegenübergestellt sind, glichen, so darf wieder daran 
erinnert werden, dass die Israeliten nach dem Auszüge aus Aegypten so 
ausschliessend mit ägyptischen Kunstvorstellungen gesättigt sein muss- 
ten, dass wir uns nicht hinreissen lassen dürfen, diese assyrischen Ge- 
bilde nach Erscheinung und Styl schon in die Stiftshütte zu versetzen. 
Wir müssen uns dieselben vielmehr ägyptisirend und in der Behandlung 
der Sphingen vorstellen, welche ja 
 '11 In I"     I1   a   
  223.143  
 Ämiilllllilllllilllllligllllllllllllllllllllllmliiißxä   und Adlerfittigen, wenn auch die 
H   Ii letzteren seltener sind, (Gailhabaud 
m;    Älllllillli    m]! tab. XII. 5) bestehen. Auch ist es 
i]  m,  lißi"   unstatthaft mit Neumann sich die- 
1  l  Hin, f,   pi",  selben nach einem assyrischen Or- 
    f. um  nament mit gesenktem Kopfe und 
 i.  w? llllllllllnr    lllllllluiiiu  , gebogenen Vorderfussen vorzustel- 
rnliirgillilllllilhmiiiimiiilimllllliiiililliliilmillllilllßmw-i-iiwiIwimllllllllllllgill len, indem sie Vielmehr wahrschein- 
Fig.95. ReliefvonThabariel-i. lich sphinxartig liegend oder mög- 
licherweise, wie diess auch auf einem 
freilich schon gräcisirenden phönikischen Thronsessel (bei Renan abge- 
bildet) vorkömmt, auf den Hinterbeinen sitzend anzunehmen sind. Sie 
waren HOlZSCl1llitZblldCl' mit Goldblech verkleidet, wie auch das goldene 
Kalb, mit welchem sich die Israeliten in der Wüste den ägyptischen 
Götzendienst hatten erneuern wollen. Diess ist Alles was über die israe- 
litische Plastik dieser Periode anzugeben ist, in welcher auch jede selbst- 
ständige Weiterentwickelung durch das Gesetz abgeschnitten ward : 
"Du sollst dir kein Bild machen, dasselbe anzubetenu. 
lst demnach die Gestalt und Einrichtung der Stiftshütte in der Haupt- 
sache klar, so kann das nicht ebenso von dem monumentalen Tempel- 
bau gesagt werden, durch welchen die Stiftshüttc, nachdem König 
David die einige Zeit als Beute in Feindeshand befindliche Bundeslade 
auf das Felsenplateau von Moriah (jetzt Haram-el-Scherif genannt) ge- 
bracht hatte, von Salomo nach dem Plane seines grossen Vorgängers 
ersetzt ward. Denn die Berichte ergehen sich in der Weise der Semiten
        

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