Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstgeschichte des Alterthums
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1614812
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1616829
Israeliten. 
Die Stiftshütte. 
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in der Mitte der ersteren befand sich der 2 Ellen hohe und 1 Quadratelle 
im Plane messende Rauchopferaltar (h) aus goldblechbeschlagenem 
Akazienholz und wie der Brandopferaltar oben an den Ecken mit vier 
Hörnern geschmückt, welche bereits vielfach gedeutet wurden, aber 
sicher als zinnenartige einem aufrechtstehenden Horn nicht unähnliche 
Eckakroterien zu erklären sind, wie sie kleinasiatische Grabdenkmäler, 
Sarkophage u. s. w. häufig zeigen, und wie sie auch auf einem Altär- 
chen zu Urn-el-Auamid in Phönikien (Renan pl. 50, Saulcy pl. 5) vor- 
kommen. Sie dienten nicht blos zur Zierde, sondern vorzugsweise dazu, 
das goldene Kranzgitter (Zer) einzuspannen, welches, um das Heraus- 
fallen der Kohlen zu verhindern, das Altarbecken einfasste. An der 
nördlichen Längswand stand der Schaubrotetisch  in der südwest- 
lichen Ecke aber der siebenarmige Leuchter (k) dergestalt schräg gestellt, 
dass man beim Eintreten die Flammen seiner sieben Lampen zu einer 
verbunden erblickte. Seine Gestalt ist durch das Relief des Titusbogens 
bekannt, welches zwar kaum nach dem Original hergestellt ist, da nach 
Josephus beim Triumphe des Titus nur eine ungetreue Nachbildung 
aufgeführt wurde, aber doch in der Hauptsache der biblischen Schilde- 
rung entspricht. Die sieben Arme wurden durch drei Concentrisch sich 
verengende Halbkreise und einen senkrechten Mittelarm, alle in gleicher 
Höhe endigend gebildet, der Sockel war polygon und mit ornamen- 
talen Sculpturen geschmückt, das untere Stammende laubcapitalartig, 
die Arme stellten Stengel vor, von Knospen und Blüthen unterbrochen, 
und in offenen Blumenkelchen, den Lampenträgern, abschliessend. Seine 
künstlerische Bedeutung mochte wohl, wie diess bei allen israelitischen  
Cultgegenständen der Fall war, von seiner materiellen übertroffen wor- 
den sein, da zu dem ohne Zweifel massiven Werke 1 Talent Gold (mehr 
als 8000 Ducaten) verwendet wurde. Ein Relief aus muthmasslich vor- 
christlicher Zeit von Thabarieh zeigt wenigstens die Form im Allgemei- 
nen, ist aber hier mehr aus dem Grunde in Abbildung (F ig. o5) beige- 
fügt, um den in Stein übertragenen Bronzeblechstyl der phönikisch- 
israelitischen Kunst des Weiteren zu veranschaulichen. 
Das nach den drei Richtungen 10 Ellen messende, mithin vollkom- 
men cubische Allerheiligste, von dem Heiligen durch vier Säulen  
welche ebenfalls goldverkleidet waren und auf silbernen Basengestellen 
ruhten, und durch einen zweiten vierfarbigen Vorhang geschieden, barg 
das Palladium der Nation, die Bundeslade  Diese bestand aus einem 
goldüberzogenen Schrein von Akazienholz, zljll Elle lang, V2 Elle breit 
und hoch mit zwei ständig in goldenen Ringen steckenden Tragstangen. 
Auf dem Deckel befanden sich zwei Cherubgestalten, über deren Wesen
        

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