Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstgeschichte des Alterthums
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1614812
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1616769
Phön ikische Plastik. 
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von England importirt ward. Es ist sogar in hohem Grade wahrschein- 
lich, dass die Phönikier, weil ihnen die dazu nöthigen Metalle zunächst 
zur Hand lagen, als die Erfinder der so bildsamen Legirung des 
Kupfers mit einem Zehntel Zinn, welche wir mit dem Namen Bronze 
zu bezeichnen pflegen, zu betrachten seien, und in Geräthschaften wie 
Geschirren aus diesem Metall einen ausgedehnten und uralten Handel 
trieben, worauf die Erwähnung der sidonischen Schalen bei Homer wie 
das Vorfmden von phönikischem Bronzegeschirr in den Ruinen von 
Ninive hinweisen. 
Als ursprünglich phönikische Technik ist auch die theilweise Be- 
legung des Holzes mit Metall zu betrachten, wobei gewöhnlich in ver- 
schiedenen Metallen, Gold, Silber, Zinn, Kupfer und ausserdem in 
Elfenbein wie in edlem Gestein, vornehmlich in dem durch die Phö- 
nikier von der Ostseeküste besorgten und im früheren Alterthum hoch- 
geschätzten Bernstein, auf eine gewisse farbige Wirkung abgezielt wurde. 
Diese Empästik, welche schon in homerischer Zeit auch in Griechen- 
land bekannt war, wo jedoch bei Waffenstücken statt des Holzes ein 
metallener Grund angewandt war, und welche man ebenso als eine 
Vorläuferin der monumentalen Malerei, wie das Mosaik als einen Aus- 
läufer derselben bezeichnen könnte, gipfelt in der sogenannten chiys- 
elephantinen Kunst, in welcher vermittelst Verbindung der Empästik 
mit dem Sphyrelaton die Holzschnitzwerke ganz mit Gold und Elfen- 
bein überkleidet wurden. Der Art war z. B. der Thron Salomds, der 
durch die Löwen an beiden Lehnen noch über das Gebiet der Tek- 
tonik hinaus in das der Plastik gehört. Auch ganz elfenbeinerne Schnitz- 
werke werden wenigstens von Hesekiel als in den tyrischen Heilig- 
thümern gewöhnlich bezeichnet, auch fanden sich in Niniveh ebenfalls 
mehrere agyptisirende d. h. phönikische Fragmente der Art. Der 
genannte Prophet spricht auch von reichen aus Edelsteinen zusammen- 
gesetzten Werken in Tyrus, während von Theophrast ein ganzer 
Obelisk von Smaragd als im Melkarthtempel daselbst befindlich erwähnt 
wird, den man jedoch als in Glastluss (Plasma di Smeraldo) herge- 
stellt erklärt hat. Das Glas selbst, angeblich von den Phönikiern er- 
funden, aber in Aegypten schon im 15. jahrh. v. Chr. vorkommend, 
scheint nur farbig und gewöhnlich undurchsichtig hergestellt worden 
zu sein, als das ältest bekannte Stück von weissem durchsichtigen 
Glase aber wird von Layard eine Schale mit dem Namen des assy- 
rischen Königs Sargon in Keilschrift, mithin assyrische Arbeit, aus dem 
Ende des 7. jahrh. v. Chr. bezeichnet. 
War aber der phönikischen Plastik das Hauptfeld in der Metall-
        

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