Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstgeschichte des Alterthums
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1614812
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1616732
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Phönikien, Palästina und Kleinasien. 
sein scheint, einen ächt und ausschliessend phönikischen Typus erken- 
nen dürfen, dem jedoch kaum, wie gleichwohl angenommen worden ist, 
eine Phallosidee zu Grunde liegen dürfte. Wir finden nemlich in dem- 
selben eine Phönikien speciell eigene Ausbildung des Denksteines oder 
Malzeichens, in welchem sich so gern ein architektonischer Grundge- 
danke eines Culturvolkes ausspricht, wie im pyramidalbekrönten Obelisk 
der Aegypter, im terrassenförmig abschliessenden Obelisk der Assyrer 
u. s. w. Zu den Grottengrabräumen unterhalb führt eine in den Fels- 
boden gehauene Treppe, deren Zugang, wie der oben (Fig. 89) beige- 
fügte Durchschnitt zeigt, etwas absteht.  Nur 6 M. von diesem Denk- 
male entfernt und durch seine mit demselben parallelen Linien eine 
gewisse Zusammengehörigkeit mit diesem verrathend erhebt sich ein 
zweites Grabmal, welches, etwas einfacher wie das erstere, aus einem 
ungefahr 3 M. nach jeder Seite messenden Cubus, der durch seine un- 
gleiche Bearbeitung wie ein ohne weitere Behandlung aus den Stein- 
bruche genommener Block erscheint, dann aus einem gleichfalls mono- 
lithen 4 M. hohen und 3,70 M. im Durchmesser haltenden Cylinder, 
und endlich aus einer verstümmelten fünfseitigen ziemlich steilen Pyra- 
mide besteht. (Vgl. Fig. 89.) Etwas entfernter sind noch zwei andere 
ähnliche Denkmäler, von welchen das erhaltenere auf zwei Stufen ruhend 
und in zwei durch ein Gesimse im Wellen-Profil getrennten Cuben, deren 
oberer in einer jetzt fast völlig verschwundenen vierseitigen Pyramide 
abschloss, sich aufbauend, besonders durch die erhaltene monolithe 
Horizontalbedeckilng des wieder etwas abstehenden Zuganges zu den 
Grabkammern bemerkenswerth ist, während von den Resten des ande- 
ren nur noch die Trümmer der Pyramidalbekrönung kenntlich waren.  
Konnten alle diese Male zum Theil aus dem gewachsenen Felsen und 
im Uebrigen aus grossen Monolithen hergestellt werden, so musste ein 
fünftes Denkmal der Art bei beabsichtigten grösseren Dimensionen aus 
Quadern aufgeführt werden. So zeigt es das unter dem Namen Burdj- 
el-Bezzäk (Schneckenthurm) die Gegend beherrschende grössere Mau- 
soleum, von welchem sich jedoch wenig mehr als der 1 1 M. hohe und 
g M. im Gevierte messende Cubus erhalten hat, während die darauf- 
gesetzte vierseitige und ägyptisirend stumpfe Pyramide fast völlig ein- 
gestürzt ist. Die 5 M. langen Quadern sind äusserlich in Rustica be- 
handelt, d. h. bis auf die Ränder rauh gelassen, ein Gesims im Wellen- 
proiil läuft um die vier Seiten, innen aber sind zwei übereinander-liegende, 
durch je ein schmales Fenster beleuchtete Kammern angebracht, wo- 
durch die Herstellung der sonst üblichen Grottenräume unterhalb über- 
flüssig wurde.
        

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