Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstgeschichte des Alterthums
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1614812
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1616715
13,0 
nikien, Palästina und Klei 
nasien. 
tonische Schmuck aber beschränkt sich auf die ägyptisirende aus Rundstab 
und Hohlkehlensims bestehende Bekrönung, welche, obwohl sie auch in 
Assyrien und Persien vorkommt, doch dem Ganzen einen ägyptischen 
Typus verleiht, während die Cellenform, namentlich mit Beiziehung der 
Säulen, eher an mesopotamische Kapellen, wie wir sie auf assyrischen Re- 
liefs (Fig. 32 und 54) sehen und auf den chaldäischen Terrassenpyrami- 
den annehmen müssen, als an ägyptische erinnert. Wir finden übrigens 
in dieser Cella den ältesten und einzigen fast vollkommen erhaltenen 
semitischen Tempel, der leider nach Versicherung der Fachmänner der 
phönikischen Expedition ebenfalls mit baldigem Einsturz droht. Von zwei 
anderen ähnlichen Tempeln der Stadt Marathus entdeckte auch Renan 
wirklich nur mehr die im Sumpf des ATn-el-Hayat (Schlangenquelle) 
und in Oleandergestrüpp vergrabenen Trümmer. Sie befanden sich in 
einer Entfernung von 10 M. einander gegenüber, so dass sie sich ihre 
offenen Seiten zuwandten. Die Reste der erhalteneren dieser beiden Cel- 
len, welche ganz monolith war und auf einer doppelten Substruction, 
deren unterer Theil sonderbarer Weise von weit geringeren Dimensionen 
war, als der obere, ruhte, zeigen noch nähere Verwandtschaft mit ägyp- 
tischen Werken der Art, indem über dem Hohlkehlengesims noch das 
Ornament der Uräosschlangenreihe, in der Decke innen aber der geflü- 
gelte Discus angebracht war; sie bedurften auch nach ihrem Plane keiner 
Säulenstützen und entsprechen in der von Mr. Thobois nach den Trüm- 
mern gegebenen sorgfältigen Restauration den monolithen Kapellen 
von Philae, wie sie sich in Leyden (m09) und im Louvre (D M30) be- 
finden. Spuren von drei anderen Heiligthümern oder wenigstens von 
deren theils in den Felsen gehauenem theils gebautem Temenos zeigten 
sich noch in der Nähe des jetzt El-Meklaa (Steinbruch) genannten Sta- 
diums von Amrith, welches Renan ebenfalls, jedoch ohne ausreichende 
Begründung, als altphönikisch bezeichnet. 
Nicht minder bedeutend als die Cultstätten sind die Grabdenkmäler 
von Amrith, von welchen namentlich die unter dem Namen El Awä- 
mid-el-Meghazil (die Spindelsäulen) bekannten einen wahrhaft maje- 
stätischen Anblick darbieten. (Fig. 89.) Das erstere von beiden baut 
sich auf einer quadratischen wenig über den Boden erhobenen Stufe 
in drei cylindrischen Absätzen auf. Der untere 2, 50 M. hohe Ab- 
schnitt derselben, 5, I 5 M. im Durchmesser haltend und aus zwei Stücken 
zusammengesetzt, ist an den Ecken der Stufe mit Halblöwen geschmückt, 
welche unter den wenigen phönikischen Denkmälern der Plastik, die wir 
besitzen, hervorragen und unten noch näher besprochen werden sollen. 
Darauf ruhen die aus einem 7 M. hohen Blocke bestehenden zwei oberen
        

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