Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstgeschichte des Alterthums
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1614812
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1616685
Auslaufen 
Jtalnischen Culhu 
der mesolx 
Sassani 
den. 
127 
beträchtlich. Die neupersischen Eigenthümlichkeiten blieben auch nicht 
ohne Einfluss auf die von Haus aus künstlerisch armen, aber empfäng- 
lichen arabischen Eroberer, wie diess z. B. der für die maurische Ar- 
chitektur so charakteristische Hufeisenbogen zeigt, der an den sassani- 
dischen Werken, vom Palast zu Ktesiphon an bis zum Denkmal von 
Tak-i-Gero sogar in seiner Entstehung nachgewiesen werden kann. 
Es scheint indess die Chronologie Kurie das Hereinspielen griechisch-römi- 
scher Elemente die Behandlung der sassanidischen Architektur, wie sie 
in meiner Geschichte der Baukunst des Alterthums (1805) versucht wor- 
den ist, an dieser Stelle zu verbieten, wie auch von dem Einschalten der 
indischen Kunst hauptsächlich aus dem Grunde Umgang genommen 
worden ist, weil ihre Blüthe nicht mehr in die Periode des Alterthums 
fällt, und die Reste der vor-christlichen Zeit, wie die Siuilen Asoka's zu 
dürftig, unentwickelt und unselbstständig sind. Noch weniger aber 
würde die Behandlung der sassanidischeia Plastik hier an geeigneter 
Stelle sein, weil an dieser trotz der altmesopotamischen Fülle der Gestalv 
ten und einzelnen Formen, trotz der in der Beobachtung des heimischen 
Seidenstoffes liegenden Eigenartigkeit der knitterigen Hatternden Dra- 
pirung der hellenisch-roinische EinHuss zu bedeutend ist, um sie vor 
der Betrachtung der künstlerischen Entwickelung von Hellas und Italien 
gehörig würdigen zu können. Es muss demnach dahingestellt bleiben, 
ob die sassanidische Kunst ebenso wie die indische, obwohl ihre Fäden 
ins Alterthum zurücklaufeii, doch nicht passender unmittelbar vor die 
' islamitische Kunst, mithin an den Beginn des Mittelalters zu setzen seien. 
 Wenden wir daher, dem Culturgange nicht blos des Alterthums 
sondern in den Hauptzügen aller Zeiten entsprechend, unsern Blick von 
nun an westwärts, zunächst um den riiunilichen Einfluss Mesopotamiens 
nach dieser Richtung zu verfolgen. Das chaldäische Stromland ist von 
den Küsten des mittelländischen Meeres durch eine Wüste geschieden, 
welche es nicht zuliess, dass die gleichwohl durch bedeutende Handels- 
strassen gelenkte und geförderte chaldaische Tradition von dem p h ö n i- 
ki sehen Küstenstrich unbestrittenen Besitz ergriff. Dazu lag auch 
Aegypten zu nahe, dessen Cultur auf die seefahrenden syrischen Küsten- 
volker unmöglich ohne Einfluss bleiben konnte. Es hatte sich daher 
auch schon seit längerer Zeit die etwas unbestimmte Ansicht eines Zu- 
sammenstosses und einer Vermischung der Culturströmungen des 
Tigris- und des Nillandes an der phönikischela Küste gebildet, obwohl 
Phönikien bis vor Kurzem als das wenigst bekannte Land der alten Welt 
bezeichnet werden konnte. Erst die syrische Expedition, welche Frank- 
reich vor wenig Jahren unternahm, bot wie einst die ägyptische unter
        

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