Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstgeschichte des Alterthums
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1614812
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1616647
Plastik. 
Reliefs der T reppenfronten. 
Malerei 
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blätterreichen Stengeln, in der Mitte aber den geflügelten Discusgott 
zwischen kauernden Löwen. Durch eine solche, wenn auch etwas mono- 
tone, so doch reiche plastische Auszierung der Treppenfronte erscheint 
diese in derselben Rolle, wie der Giebel am hellenischen Tempel, woran 
sie auch durch ihre äussere Gestalt, nemlich durch die giebelförmig nach 
der Mitte zu sich nähernden Treppenlinien erinnert. Auch inhaltlich 
passten die Darstellungen für die Palastfronten, an welchen Garden 
ebenso am Platze waren wie geschenkebringende Vertreter der unter- 
thänigen Nationen. Und erscheint es auch künstlerisch unschön, dass 
die Flächen in mehre Horizontalstreifen abgetheilt waren, welche die 
Männerreihen übereinander anbringen liessen, so gewährte diess doch 
wieder den Vortheil, dass dadurch der Massstab für das Ganze nicht 
beeinträchtigt wurde, was so leicht der Fall, wenn Kolossalfiguren vor 
Gebäuden aufgestellt werden, wogegen in der Regel der Nachtheil als ein 
geringerer bezeichnet werden darf, wenn vor oder an Kolossalgebäuden 
lediglich lebensgrosse Figuren kleiner erscheinen. 
Von historischen Darstellungen ist nur eine bedeutendere bekannt, 
das Felsenrelief von Bi-Sütun. Der König von einigen Trabanten ge- 
folgt, setzt einen Fuss und seinen Bogen auf einen rücklings zur Erde 
liegenden Gefangenen, der mit flehender Geberde die Hände zu ihm 
emporstreckt, während ein Zug von neun Gefangenen, deren Hände 
auf den Rücken gefesselt und die durch einen gemeinsamen Strick am 
Halse miteinander verbunden sind, sich ihm naht. Ueber der Verhältniss- 
massig gelungenen Scene, welche in der stolzen Haltung des Königs, 
wie in der vorgeneigten der hoffnungslosen Gefangenen nicht ohne V er- 
ständniss ist, schwebt wieder der geflügelte Discusgott. Wenn aber 
auch Einzelnes minder misslang, so kann uns im Ganzen doch nur die 
Ueberzeugung bleiben, dass die persische Plastik der assyrischen gegen- 
uber nicht blos schülerhaft blieb, sondern gerade die Vorzüge derselben 
aufgab, und dass sie, wenn sie von andern Culturvölkern entlehnte, diess 
nur äusserlich und im Ncbensächlichen vollzog. Streng genommen kann 
man also von einer eigentlich persischen Plastik kaum sprechen, da sie 
weder eine selbstständige Grundlage noch irgend einen eigenen Fort- 
schritt zeigt. 
Ueber die Malerei der Perser aber haben wir gar keinen Anhalt, 
weil weder Reste noch Berichte vorliegen. Ohne Zweifel waren die 
Wände bemalt und zwar vermuthlich auf den Verputz, denn wenn nach 
mesopotamischer Art in der Glasur der Ziegeln, von welcher man doch 
auch Spuren gefunden haben müsste, da diese fast tinverwüstlich ist, so 
wäre vielleicht eine harmonische Verbindung mit den nach Berichten
        

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