Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstgeschichte des Alterthums
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1614812
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1616627
Plastik. 
Ceremonienreliefs. 
I2I 
Paläste reihen, wenn wie schon erwähnt wurde zu erweisen wäre, dass 
diese Ausschmückung wirklich plastisch und nicht blos in Farben her- 
gestellt gewesen wäre. 
Der ausgedehntesten Anwendung erfreute sich die persische Plastik 
an der Fronte des Treppenbaues. der jedem Palaste vorgelegt war. Hier 
finden sich die Ceremoniendarstellungen der assyrischen Palasthöfe in 
einer kraftlosen Replik wiederholt, welche die scharfe, liebevolle Schil- 
derung des Details, wie die derbnaturalistische Durchbildung des Kör- 
perlichen nur zu sehr vermissen lasst. Lange Zuge von Vertretern der 
verschiedensten Nationalitäten, deren Trachten in ihrer Haar- und Bart- 
behandlung, in ihren Federmiitzen, Hauben, Kapuzen, Spitzhuten, in 
kurzen Röcken mit aufgeblähten Beinkleidern wie in langen unten wei- 
ten und faltigen Gewändern mit den gleichfalls ubermässigen viele 
Falten bildenden Aermeln, in Thierfellen, Mänteln, Aermelüberwürfen, 
in Gürteln, Wehrgehenken, Schwertern, Bogen, Köchern, in Sandalen, 
Schuhen und Stiefeln u.  w. noch am besten charakterisirt sind, brin- 
gen die mannigfachsten Gaben dar: einen bespannten Wagen, Pferde, 
Dromedare, Bisamochsen, Widder, Steinböcke, Elephantenzähne, 
Stoffe und Gewande, unter denen selbst eine Art von Strümpfen zu 
unterscheiden sind, Schwerter, Doppelhämmer, Armreife, Räucherge- 
fasse mit Weihrauch-Heimkelgeschirren, Salben in Näpfen die auf einem 
wageartigen Träger herbeigeschafft werden, Weinschläuche, Schalen, 
kugelförmige und kuchenartig flache Speisen, auf blosser Hand getra- 
gen, verdeckte Schalen und Pokale, Säckchen, während viele nur 
Lotosblumen oder Granatapfel in den Händen haben. Es sind schlanke 
engbrüstige Gestalten mit knappem Oberleib, der zwar durchaus im 
Profil, aber ohne alle anatomische Richtigkeit im Ganzen wie im Detail 
hergestellt ist, Körper, die nicht blos bewegungslos, sondern bewe- 
gungsunfähig sind, obwohl sie durch die Stellung der Arme einige um 
nicht zu sagen Handlung, so doch Abwechselung angestrebt Zeigen, 
indem sie die Hände übereinander, an den Mund, an das Bartende, an 
den Schwertgriff, an den Köcher legen, oder die Schulter der Voraus- 
schreitenden oder Nachfolgenden berühren: denn mit diesem Aufgebot 
von Geberde gelingt es ihnen nicht über eine todte Stellungsverschie- 
denheit hinauszukommen. 
Doch machen diese Darstellungen noch einen leidlichen Eindruck 
im Vergleich mit den lanzentragenden Garden, die ebenfalls in langen 
von den beiden Seiten gegeneinanderschreitenden Zügen dargestellt sind 
xvgl. Fig. 86). Die Köpfe weichen lediglich durch den spitzen Kinnbart 
von den assyrischen Typen ab, im Uebrigen wechseln sie regelmässig
        

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