Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstgeschichte des Alterthums
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1614812
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1615155
VIII 
Vorwort. 
sammenhänge der drei Künste sehr enge seien, da ja die Architektur den 
Raum gibt, den Plastik und Malerei entsprechend zu schmücken haben. 
Dennoch aber bin ich- dieser in den meisten Kunstbüchern eingeschlagenen 
Anordnung nicht gefolgt und zwar aus inneren wie aus praktischen Gründen. 
Zunächst schien mir sicher, dass der Zusammenhang der Entwicklungsstadien 
jeder einzelnen Kunst ein noch weit innigerer sei als der einer Schwesterkunst 
mit einer anderen selbst in der gleichen Periode, und dass die Unterbrechung 
weit fühlbarer werde, wenn der Faden auch für jede der drei Künste so oft 
durchschnitten werden müsste, als die Entwicklungsperioden es verlangten, 
indem ja dann jede Kunst ihren besonderen Abschnitt zu wiederholten Malen 
erheischt. Wenn also auch synoptisch etwas gewonnen würde, so müsste zu- 
gleich an zusammenhängendem Verständniss der einzelnen Kunstarten un- 
gleich mehr verloren gehen, oder doch dasselbe wesentlich erschwert werden. 
Dazu kommt, dass die Entwicklungsstadien nicht immer parallel gehen, dass 
die eine Kunst früher als die andere zu ihrer Reife gelangt, länger als die 
andere sich erhält, und so ihre Perioden sich nicht gleichzeitig gliedern 
und abgränzen, so dass es, doch wieder in gewissen Beziehungen an innerem 
Zusammenhange fehlt, und ein gleichmässiges Fortschreiten unmöglich ist. 
Ich habe daher auch immer gefunden, dass Bücher, welche eine einzelne 
Kunst behandeln, förderlicher sind als allgemeine Kunstgeschichten, weil 
die Verbindung zu künstlich, schwierig und verwirrend ist und die sachliche 
Entwickelung zu oft zerrissen werden muss, wenn das Chronologische syste- 
matisch verfolgt wird. Anderseits aber konnte ich auch in der vorliegenden 
Arbeit, in welcher die drei Künste für die einzelnen Völker getrennt behan- 
delt wurden, nicht umhin, namentlich da, wo Plastik oder Malerei sich rein 
decorativ an die Architektur anschliessen, dieser Verbindung auch in der Dar- 
stellung mehr Rechnung zu tragen, wie diess z. B. in der Behandlung der 
phönikischen Kunst unvermeidlich war. 
Selbst die Auswahl und Grup pirun g der Culturvölker des Alterthums 
stand nicht schon von vornherein fest. So habe ich mich erst nach reiflicher 
Ueberlegung entschlossen, drei Völker gänzlich von der Behandlung auszu- 
schliessen, welche möglicherweise der Kunstgeschichte des Alterthums zuzu- 
theilen waren; die Kelten, die Inder und die Centralamerikaner. Die Kel- 
ten haben uns zwar Monumente hinterlassen, die nicht ohne Bedeutung sind; 
aber wenn diese auch insoferne dem Begriffe von Kunstwerken entsprechen, 
als sie vüber das Bedürfniss hinaus gehena, fehlt ihnen doch das Moment des 
Schönen auch vom objectivsten Standpunkte aus: und so ist von keltischer 
Kunst in der That nicht zu reden, bevor fremde Einfiüsse sich geltend 
machen, und diese zerstören wieder das Nationale und gehören überhaupt
        

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