Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstgeschichte des Alterthums
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1614812
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1616565
Arch 
itektur. 
Gräber. 
115 
liche Reliefs enthält, nicht widerspricht. Es besteht aus einem sie- 
benfach abgestuften Terrassenbau mit einer Grundfläche von 13,5 : 1 2, 5 M. 
aus gewaltigen trefflich gefugten Quadern, welcher eine giebelförmig 
gedeckte Cella trägt. Einfache Leisten von leicht geschwungenem 
Proßl am Fusse der Kammer wie am Dacliansatze verrathen zwar Ge- 
Schmack, aber keine griechische Einwirkung, welche letztere vielleicht, 
aus den kleinasiatischen Feldzügen des Cyrus datirend, in der Giebel- 
form des Daches zu vermuthen ist, da diese sonst im Orient selten vor- 
kommt. Der schon von Arrian als besonders klein hervorgehobene 
Eingang misst o, o0 in der Breite und 1,2 M. in der Höhe, dic Kammer 
selbst bei einem äusseren Cellenverhältniss von 6,3 Länge und 5,2 
Breite nur 3 M. Länge zu 2,1 Breite und eben solcher Höhe. Im Inneren 
ist natürlich von den im Alteithum gerühmten Geräthen aus gediegenem 
Golde, Tisch, Sarg und Bahre, wie von dem purpurnen Pelzwerk keine 
Spur mehr, ebenso wenig von den Inschriften. Dafür hat die Unter- 
suchung desselben ergeben, dass die vier Blöcke der unteren Lage der 
Kammer kunstvoll ausgezahnt in einander greifen, welchem Umstande 
wie der exacten Fügung des gewaltigen Materials wohl die herrliche 
Erhaltung des Denkmals zuzuschreiben ist. Das Ganze macht den Ein- 
druck eines chaldäischen Terrassentempels und es ist nicht unwahr- 
scheinlich, dass für Cyrus" Grabmal diese Form gewählt ward, weil sein 
Gedächtniss bald nach seinem Tode den Nimbus eines vorderasiatischen 
Heros gewann. Ein Säulenviereck scheint den ernsten Bau umschlos- 
Sen zu haben, wie man aus einigen erhaltenen Stümpfen entnehmen 
darf, die noch aus dem Boden ragen. Griechische Berichterstatter spre- 
Chen ausserdem noch von Gebäuden für die zu seinem Culte aufgestellte 
Priesterschaft, wovon man noch in der nahen Karawanserai Reste fin- 
den will.   
Die Grabmäler der späteren persischen Könige, unter sich für die 
ganze Achäinenidendynastie fast gleich, sind von einer völlig anderen 
Gattung, nemlich Felsengräber. In ansehnlicher Reihe, sieben an der 
Zahl, an der schroffen Felswand von Naksch-i-Rustam und Persepolis 
Sich hinziehend, und in Nähe und Ferne einen grossartigen Schmuck 
der Landschaft bildend, scheinen sie alle dem Typus nachgebildet, 
den Darius, wie schon erwähnt, durch die äusserliche Uebertragung 
seiner Palastfaeade auf seine Grabwand gewonnen zu haben scheint 
{Fig- 77). Die nur in der unteren Hälfte wirklich zugängliche, oberhalb 
in Nachahmung von Holzverschlag geschlossene Thüre führt zu einem 
mit der Fagadenwand parallelen Corridore, der sich am Dariusgrab 
noch über die Facadenbreite hinaus nach links zieht und zu drei Kam-
        

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