Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstgeschichte des Alterthums
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1614812
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1616548
Architektur. 
Terrasse von Persepolis. 
Altäre. 
113 
Von anderen Monumentalbauten ausserhalb der Terrasse von Per- 
sepolis dürfen wir auf persischem Boden Tempel nicht blos nicht in erster 
Linie, sondern überhaupt nicht suchen. Der persische Cult erlaubte 
keine geschlossenen Räume, sondern forderte Opfer und Gebete auf den 
Gipfeln der Berge oder sonst auf künstlichen Erhöhungen. Herodot 
berichtet sogar, dass die Perser sich nicht einmal damit begnügten, die 
Tempel zu verabscheuen, sondern auch keine Götterbilder und Altäre 
errichteten, was jedoch in Bezug auf die letzteren jedenfalls unrichtig 
ist, indem der Feuerdienst gerade Altäre erheischte, und solche auf dem 
Fagadenschmuck der Achämenidengräber gFig. 77) sogar dargestellt 
sind. Auch wird es kaum als unzulässig erscheinen, zwei nebeneinan- 
der befindliche Altarpiedestale in der Nähe der Palastterrasse von Pa- 
sargadae als altpersisch zu bezeichnen rFig. 8 3). Sie bestehen aus etwa 
3M. hohenWürfeln, von 
Welchen der eine oben     
terrassenförmig abge-           
stuft ist und an einer    f"   
Seite noch die in ge-         
rader Flucht empor- I!  1,-     
führende Treppe zeigt, g jwlhi, jL     
Während die Plattform f    l"l1llllillilrillließt.  
zur Aufnahme eines        
nug oder selbst als    " - 
Feuerstelle passend     Magens-M- 
war, Sie gemahnen an Fig. 83. Cultstätten von Pasargadae. 
das Obergeschoss des 
Dariuspalastes, dessen flaches Dach, wie oben gezeigt worden ist, eben- 
falls für Cultzwecke in Anspruch genommen war, woran sich noch die 
Vermuthung knüpfen liesse, dass in der Zweiheit dieser Piedestale auf 
den Dualismus des persischen Ormuzd- und Arhimandienstes hinge- 
wiesen sei. Andere grössere Monumente sind zwar wahrscheinlich eben- 
falls altpersische Cultstätten, doch ist dabei diese Beziehung wegen 
Mangel an allen charakteristischen Architekturformen noch weniger zu 
erweisen: so der Kegel von Darabgerd, Kella Darab genannt, der 48 M". 
in der Höhe messend von zwei Mauerringen gestützt und von einem 
kreisförmigen achtmal in regelmässigen Abständen durchbrochenem 
Wall umgeben wird, ein Denkmal, worin man die künstliche Nach- 
Hhmung eines xiatürlichen Cultberges vermuthen dürfte; oder, des obe- 
liSkartig rechteckigen etwa 27 M. hohen, an der Basis jederseits 8, 5 mes- 
REBER. Gesch. d. a. Kunst. 8
        

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